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Trotz erboster Gegner: Ökologisches Jagdgesetz tritt in Kraft

Fuchs SpielNordrhein-Westfalen, 28.05.2015 – Der Landtag NRW hat das neue ökologische Jagdgesetz veröffentlicht – damit ist es ab heute, trotz der wütenden Proteste der Jägerschaft, in Kraft getreten! Besonders wichtig: Das Töten von Katzen ist ab sofort ebenso verboten wie die Jagd im Bau und die Ausbildung von Jagdhunden an flugunfähigen Enten. Die wichtigsten Änderungen im Detail haben wir unten für Sie aufgelistet.

Währenddessen fährt der Jagdverband NRW neue Geschütze auf. Der Vorsitzende Müller-Schallenberg greift mit scharfer Polemik das Gesetz an, bezeichnet es als fachlich mangelhaft und bezichtigt die Grünen der Klientelpolitik. In dieser Hinsicht gehen die Meinungen freilich auseinander. Beratungen mit Fachleuten haben, entgegen dem Vorwurf Schallenbergs, im Vorfeld stattgefunden. Von Seiten der Umwelt- und Tierschutzverbände wurden die Neuerungen begrüßt – zumal sie auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und praktischer Erfahrung basieren.

Es ist verständlich, dass die Emotionen bei diesem Thema hochkochen. Schließlich geht es darum, was die Jäger als ihr Eigentum und die Umweltverbände als schützenswertes Gemeingut betrachten: die Tiere und die Natur. Der Jagdverband kündigt nun den Weg über die Gerichte an, um gegen das Gesetz vorzugehen. Ob er damit Erfolg haben wird, bleibt abzuwarten.

Die wichtigsten Änderungen durch das neue Gesetz in Kürze:

  • Es dürfen nun weit weniger Arten als bisher gejagt werden. Zentral ist hier die Orientierung am Tierschutzgesetz: Tiere dürfen nur mit vernünftigem Grund getötet werden. Die Regierung definiert als solche Gründe zum Beispiel, wenn die Tiere als Nahrung dienen können, Seuchen verbreiten oder gefährdete Bestände bedrohen. Ein besonders strittiger Punkt war der Abschuss von Hauskatzen und -hunden. Dies ist ab Juli nicht mehr erlaubt – ein Erfolg für Tierschützer und eine Erleichterung für Tierhalter.
  • Besonders qualvolle Methoden wie die Jagd mit Hunden im Fuchs- oder Dachsbau oder das Aufstellen von Totschlagfallen, in denen schwer verletzte Tiere oft stundenlang leiden, sind künftig verboten. Einzig die Jagd im Kunstbau ist unter bestimmten Voraussetzungen und mit Genehmigung der Jagdbehörde möglich (auch dies ein Zugeständnis an die Lobbyarbeit der Jäger).
  • Die Ausbildung von Jagdhunden an lebenden Tieren wird verboten.
  • Die Möglichkeiten zur Winterfütterung werden stark eingeschränkt. Somit wird verhindert, dass für die Jagd attraktives Wild künstlich in großer Zahl über den Winter gebracht wird. Nur Schwarzwild darf in Notzeiten gefüttert werden – eine Definition von „Not“ wird allerdings nicht vorgegeben.
  • Jäger müssen künftig einen Nachweis über Ihre Schießfertigkeit erbringen, wenn sie an einer sogenannten Bewegungsjagd teilnehmen wollen. Dabei wird Wild gezielt aufgescheucht und geschossen.

Die vollständigen Änderungen im Landesjagdgesetz sind hier nachzulesen.

 

Weitere Artikel zum Thema finden Sie auch hier:

Es ist beschlossene Sache: Das neue Ökologische Jagdgesetz für NRW (30.04.2015)

Auf dem Prüfstand: Ein ökologisches Jagdgesetz für NRW (23.04.2015)

Ein Versuch mit Signalwirkung: Jagdverbot für Füchse in Luxemburg gestartet (01.04.2015)

Den Tieren eine Stimme geben – das Ökologische Jagdgesetz jetzt unterstützen (24.03.2015)

Der Wolf in Deutschland (Infoseite)

ETN begrüßt Entwurf zu neuem Jagdgesetz in NRW (19.09.2014)

Pressemitteilung: Tier- und Naturschutzverbände für Jagdreform (26.06.2014)

 

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