Das Leid der Masthühner

 

Nicht erst seit BSE und Schweinepest steht das zarte Fleisch der Hühner bei uns hoch im Kurs. Etwa 350 Millionen Masthühner werden in Deutschland jedes Jahr gegessen. Tendenz steigend. Doch über das Leben dieser Tiere wissen wir vergleichsweise wenig.

Nie eine Wiese gesehen

In der Geflügelmast – egal ob Huhn, Pute oder Ente – vegetieren die Tiere in sogenannter „Bodenhaltung”. Gern z.B. von der Firma Wiesenhof, der Nummer eins im deutschen Hühnerfleischgeschäft, als „Bäuerliche Bodenhaltung” bezeichnet. Diese Bezeichnung und auch der Name der Firma „Wiesenhof” führen Verbraucher in die Irre, denn eine Wiese haben klassische deutsche Masthühner nie gesehen! Bodenhaltung ist keineswegs artgerecht.

Auf einem Quadratmeter müssen 23 Hühner leben, 40.000 und mehr Hühner – in meist fensterlosen Hallen – verbringen ihr kurzes Leben von ca. fünf Wochen bis zur Schlachtung in ihren eigenen Ausscheidungen, Enge und Gestank.

Qualzucht

Die Todesrate in der Hühnermast liegt bei mindestens 5 Prozent. Nicht selten aber auch weit darüber. Trotz dieser unvorstellbaren Mengen an toten Hühnern ist das Geschäft lukrativ, denn „Ausfälle” sind von vornherein einkalkuliert. Die auf Wachstum gezüchteten Masthühner leiden an Krankheiten und schmerzhaften Deformationen der Knochen. Aus Sicht des ETN und vieler Fachleute ein klarer Fall von verbotener Qualzucht … Aber all das und noch viel mehr wird dem Verbraucher nicht gezeigt!

ETN-Film: Das kurze Leben der Masthühner

Mithilfe eines Kameramannes haben wir einen Blick hinter die Stalltüren der Massentieranlagen geworfen und Interviews mit Fachleuten geführt. Der so entstandene 20-minütige Film soll helfen, das Leid der Masthühner stärker in den Blickpunkt der Öffentlichkeit zu rücken. Der Film eignet sich für Schulen, Vereine oder auch einfach Tierfreunde, die im Bekanntenkreis Aufklärung leisten möchten. Er kann als DVD gegen Erstattung der Portokosten beim ETN kostenlos bestellt werden.

Fotos: © Tierschutzfotoservice/W. Siebert