Pressemitteilung: Meilenstein im Tierschutz in Serbien

 

ETN unterstützt Kastrationsprogramm in Bor mit Tierschutzmobil

Much, 19.3.2019. Der Europäische Tier- und Naturschutz e.V. (ETN) hat mit dem Bürgermeister der Stadt Bor eine Vereinbarung für ein bisher in Serbien einmaliges Projekt zur Begrenzung der Streunerpopulation getroffen: Private Hundehalter müssen ihre Tiere ab sofort kastrieren, chippen und registrieren lassen. Um das Projekt zu realisieren, finanziert der ETN ein Tierschutzmobil – einen umgebauten Rettungswagen –, in dem die Tiere kastriert und medizinisch versorgt werden können.

„Das Projekt ist bisher einzigartig in Serbien und der ETN freut sich sehr, diesen Meilenstein des Tierschutzes aktiv mitzugestalten“, sagt Julia Vasbender, Projektleiterin beim ETN, die zur Unterzeichnung der Vereinbarung am Dienstag, 12.3.2019 nach Serbien reiste.

Serbien2Die mobile Tierarztpraxis des ETN wird derzeit für chirurgische Eingriffe umgebaut und anschließend zu ihrem Einsatzort transportiert. In Bor wird das Tierschutzmobil die verschiedenen Stadtteile anfahren, um es den Bürgern zu erleichtern, ihre Tiere kastrieren zu lassen. Gleichzeitig kann die Anzahl der gehaltenen Hunde direkt erfasst und Aufklärungsarbeit geleistet werden. Die Kastration der Haushunde und Streuner ist kostenlos.

Erstmals werden mit diesem Projekt nicht nur Streunerhunde, sondern auch Tiere von privaten Haltern kastriert. Die Streunerkastrationen, die bislang die Tierschutzorganisation „Borske Sape“ und ein Tierarzt der Stadt realisierten, führten nicht zu dem gewünschten Erfolg, da in Serbien viele Privathunde frei herumlaufen, sich vermehren und so für eine konstante Vergrößerung der Straßenhundepopulation sorgen. Durch die kontinuierliche Überzeugungsarbeit von „Borske Sape“ hat die ostserbische Stadt Bor erkannt, dass die Population der Straßenhunde nur verringert werden kann, wenn auch Privathunde kastriert werden und nun die Kastrationspflicht für Privathunde erlassen. Hundehalter, die der Pflicht nicht nachkommen, müssen mit hohen Strafen rechnen.

Serbienv.l.: Aleksandar Gajic (Berater der Stadt), Julia Vasbender (ETN), Aleksandar Milikic (Bürgermeister), Nikola Maric (Assistent)Durch die von Bors Bürgermeister Aleksandar Milikic unterzeichnete Vereinbarung erhält der ETN Mitspracherecht bei der Umsetzung des Programms und kann jederzeit alle Daten zu den kastrierten Hunden einsehen, so dass eine größtmögliche Transparenz für beide Seiten erreicht wird. „Dank des Einsatzes unseres Partners ‚Borske Sape‘ und von Aleksandar Gajic, dem Berater der Stadt, ist in Bor ein guter Anfang für den Tierschutz gemacht. Wir hoffen, dass das Kastrationsprojekt Vorbildcharakter für andere Gemeinden Serbiens haben wird. Natürlich möchten wir unser Kastrationsmobil in Zukunft dann auch in anderen Städten einsetzen“, so Julia Vasbender vom ETN.

Pressebericht über die Vertragsunterzeichnung im serbischen Fernsehen