Ein neues Leben für Malik - Die glückliche Geschichte eines Arabers

 

1   Kopie 2Pferde brauchen einen Artgenossen, Auslauf und Beschäftigung, um glücklich zu sein – das weiß eigentlich jeder. Trotzdem werden viele Pferde noch immer nicht artgerecht gehalten, ihre Grundbedürfnisse werden nicht erfüllt. Dieses Schicksal teilte auch Araber-Mix Malik aus Slowenien: Zwölf Jahre lang stand er alleine in einer engen Box. Doch nun ist er gerettet!

Alles begann mit einem Übersetzungsfehler. Uns wurde mitgeteilt, dass in Slowenien nahe der Stadt Maribor ein Kaltblut-Wallach schon lange alleine in einer Box stünde, den der Besitzer nun loswerden wolle. Wir richteten uns also auf Hof Huppenhardt auf die Aufnahme eines stattlichen Kaltbluts ein. Als wir die ersten Bilder des Pferdes geschickt bekamen wurde uns schnell klar, stattlich war der Wallach, aber ganz sicher kein Kaltblut! Nach Rücksprache mit unserer Kontaktperson vor Ort stellte sich heraus, dass unser Pferd – Malik war sein Name – tatsächlich ein Mix aus Araber und englischem Vollblut war. Durch einen Übersetzungsfehler war aus dem Vollblut dann nein Kaltblut geworden. Wie dem auch sei, die traurige Geschichte von Malik blieb dieselbe und so erklärten wir uns natürlich bereit, den Wallach trotzdem aufzunehmen.

Zwölf Jahre Langeweile und Einsamkeit

Der 13-jährige Wallach Malik hatte bisher kein schönes Leben. Zwölf Jahre lang stand er auf einem Hof in Slowenien in einer engen, dunklen Box eines ehemaligen Kuhstalls. Selbst auf Pferdegesellschaft, das Grundlegendste für ein seelisch gesundes Pferd, musste er all diese Jahre verzichten. Einzig eine Kuh leistete ihm Gesellschaft. Alles, was ein Pferd eigentlich braucht, also zum Beispiel täglichen Weidegang mit anderen Pferden, Beschäftigung mit einer vertrauten Person, die ihm Sicherheit gibt oder genüssliches Wälzen in der Mittagssonne, war ihm nie vergönnt. Nach all den Jahren im Stall war Malik so eingeschüchtert von der Außenwelt, dass er Tag und Nacht lieber in diesem Kuhstall verbrachte als die seltenen Möglichkeiten zu nutzen ein bisschen Tageslicht zu sehen. Wenn sein Besitzer ihn auf die Weide führen wollte, machte er sofort kehrt und lief wieder zurück in seinen Stall.

Eine zweite Chance

Screenshot MalikMitte November war es dann so weit: Malik durfte aus seinem tristen Stall in Slowenien nach Hof Huppenhardt umziehen. Der Transport machte uns große Sorgen, denn Malik kannte natürlich auch keinen Hänger. Aus Sicherheitsgründen haben wir deshalb den Transport von einem Tierarzt begleiten lassen. Malik bekam ein Beruhigungsmittel und der Transport verlief absolut problemlos. Auf Hof Huppenhardt angekommen war er zuerst etwas eingeschüchtert von seiner neuen, großen Box, verhielt sich aber ansonsten sehr freundlich und viel weniger panisch, als wir erwartet hatten.

Hier möchten wir ihm das Leben bieten, auf das er schon so lange wartet! Er hat es so sehr verdient, endlich Pferd sein zu dürfen und andere Pferde kennenzulernen. Auf Hof Huppenhardt bekommt er die Möglichkeit sich zu resozialisieren und Vertrauen in Mensch, Tier und Umgebung zu finden.
Nachdem MAlik von Anfang an Anschluss an die Pferde in den Nachbarboxen suchte, haben wir uns dann recht schnell entshclossen, ihn mit unserer netten Stute Cindy zu vergesellschaften. Was niemand erwartet hätte: Die beiden verstanden sich auf Anhieb und Malik ist in Cindys Gegenwart viel entspannter und ruhiger geworden. Seine schlimme Vergangenheit sieht man ihm dann kaum noch an.

Wir sind gespannt, wie Maliks Reise weitergeht und wir sind uns ganz sicher, dass er schnell viel dazulernen wird.

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