Vögel richtig füttern

In Deutschland haben immer weniger Vögel genug Nahrung. Schuld daran sind vor allem der starke Rückgang der Insekten und die Zerstörung des Lebensraumes. Die Folge ist, dass immer mehr heimische Vogelarten zurückgehen und somit seltener werden. Dagegenwirken kann man, indem man den Vögeln genug Futter anbietet, damit sie genug Nahrung aufnehmen können. Nur so können sie genug Energie erlangen. Im Idealfall erschafft man dafür ganzjährige Futterstellen. Diese sind besonders wichtig, da die Tiere so genug Nahrung an einem Ort finden und eine sesshafte Population entsteht. Dieser Vorgang dauert ein paar Jahre. 

Warum muss man Vögel füttern?

Die Winterfütterung beginnt im September. Zu dieser Zeit gibt es viele Jungvögel, die bereits die Nester verlassen haben und nun selber auf Nahrungssuche gehen müssen. Zum anderen gibt es viele Standvögel, die an einer bestimmten Stelle Überwintern und durch die Futterstellen Hilfe bekommen. Der dritte Grund ist, dass viele Vögel noch ihre Jungvögel an die Futterstellen gewöhnen möchten, um ihnen die spätere Nahrungssuche zu erleichtern. Die Winterfütterung wird zwischen April und Anfang Juni beendet. Zu dieser Zeit ist die Brutphase beendet und es steht wieder mehr Nahrung zur Verfügung. Ein weiterer Grund dafür ist, dass durch die Klimaerwärmung einige Zugvögel frühzeitig aus dem Süden zurückkehren. Dadurch herrscht eine höhere Konkurrenz um das Futter, da es für viel mehr Tiere reichen muss als üblich. 

Die Sommerfütterung ist aber auch wichtig. Diese beginnt ab der Brutzeit. Die meisten heimischen Vogelarten haben in den Sommermonaten einen doppelt so hohen Energieverbrauch als im Winter. Der Grund dafür ist, dass die Tage und somit auch die Wachphasen länger werden. Die Ruhephasen in den Nächten verkürzen sich dagegen auf bis zu 6 Stunden. Zu dieser Zeit findet zusätzlich noch die Aufzucht der Jungen statt. Die Kohlmeise muss in dieser Zeit zum Beispiel bis zu 350-mal am Tag ausfliegen, um genug Nahrung die sich selber und den Nachwuchs zu finden. 

Es ist also wichtig, dass die Vögel das ganze Jahr über gefüttert werden. Dabei ist es auch so, dass die Tiere diese Futterstellen nur dann annehmen, wenn sie selber nicht genug Nahrung finden können. Sie werden also nur in Notfällen angeflogen.

Welche Stelle ist zum Füttern geeignet?

Haus mit KnödelGenerell gilt, dass man an jedem Ort eine Futterstelle aufbauen kann. Ideal geeignet dafür sind Standorte in Hausgärten in Ortsrandlage, in der Nähe von Streuobstwiesen und in der Nähe von Gebüsch oder Wald. Zusätzlich bieten sich auch Schrebergärten, Parks, Schutzgehölze oder Friedhöfe an. Vermeiden sollte man jedoch stark befahrene Straße und Fensterscheiben, die nicht für Vögel gesichert sind. Am besten stellt an auch direkt mehrere Futterstellen auf, um eine größere Konkurrenz zu vermeiden. Um die Größe richtig einschätzen zu können, sollte man immer erst eine Testphase machen. Diese kann bis zu einem Jahr dauern. Erst dann kann man sagen, wie viele Vögel die jeweilige Stelle benutzen.

Wie füttere ich Vögel richtig?

Die weitverbreitetste Art der Vogelfütterung ist das Futterhaus. Zu beachten ist dabei, dass die Grundfläche mindestens 0,25m2 groß ist, um den Tieren genug Platz zu bieten. Das Dach sollte an allen Seiten soweit überstehen, dass das Futter vor Schnee und Regen geschützt ist. Im Zentrum sollte der Abstand zwischen Boden und Dach mindestens 30cm betragen, damit sich die Vögel auch hineintrauen, um an das Futter zu gelangen. Zudem sollte das Haus mindestens 1,5m über dem Boden stehen, um vor Katzen geschützt zu sein. Es sollte auf einem glatten Rohr aus Metall oder Kunststoff befestigt werden, um zu verhindern, dass Mäuse oder andere ungebetene Gäste an das Futter gelangen. 

Eine andere Fütterungsmethode ist ein Futtersilo. Dabei handelt es sich um eine Art Rohr, in dem Körner und vor allem Erdnüsse angeboten werden. Die Wände können aus Drahtgittern oder durchsichtigen Plastik mit Löcher bestehen. Die Vögel picken sich dann ihr Futter durch die kleinen Öffnungen heraus. 

Knödelklein kopie kopieAuch Meisenknödel eignen sich bestens zur Fütterung. Man sollte jedoch darauf verzichten die in den Plastiksäcken anzubieten. Die Gefahr ist sehr groß, dass zum Beispiel ein Eichhörnchen diesen Knödel klaut und der Sack später in der Wildnis liegt. Dort wird er dann zu einer Gefahr für alle Tiere, da sie diesen verschlucken könnten oder sich kleinere Tiere darin verfangen. Am besten besorgt man sich dafür Federspiralen oder Knödelkörbe.

Viele Arten, wie zum Beispiel Goldlammer, Lerchen oder Buchfinken, sammeln ihr Futter ausschließlich vom Boden auf. Die meisten Arten bevorzugen dabei aufgeweichte oder ankeimende Samen. Auch ein Zwischenboden unterhalb des Hauses und über dem Boden ist hilfreich, da es auch Vögel gibt, die sich nicht in das Vogelhaus trauen, aber auch nicht vom Boden fressen.

Die ideale Futterstelle besteht also aus Futterhaus, Futtersilo, Meisenknödeln, einem Zwischenboden und Futter auf dem Boden. Zudem sollte es alles Mögliche an Futter geben, um alle Arten zu versorgen und genug Platz zur Konkurrenzvermeidung. 

Vogeltränken und Bäder 

Vogeltränken und –bäder sollten das ganze Jahr über angeboten werden und nicht wie häufig gedacht, nur in den wärmeren Monaten. Vögel baden auch im Winter mehrmals täglich in Pfützen oder Schnee. Eis und Frost sind dabei kein Problem für sie, da ihr Gefieder wasserabweisend ist. Steht ihnen keine Tränke oder Bad zur Verfügung, müssen sie oft lange Strecken zurücklegen, um an eine geeignete Stelle zu gelangen. Gegen Eis und Schmelzwasser gibt es die Möglichkeit, einen Tränkenwärmer  zu nutzen. Dieser verhindert das Einfrieren des Wassers und sorgt dafür, dass kein Schmelzwasser, welches durch das Streusalz entsteht, in das Wasser gelangt.  Das Bad sollte rund und muldenförmig sein. Die Tiefe sollte maximal 5cm betragen. Zudem eignen sich kleine, flache Steine als Inseln. 

Es gibt aber auch Vogelarten, die im Sand baden. Für diese kann man das Wasserbad einfach mit Sand befüllen. Wichtig dabei ist jedoch, dass der Sand nicht nass werden kann. Balkone oder Überdachte Bereiche eignen sich bestens dafür. 

Was füttert man am besten?

Als Streufutter eignen sich Sonnenblumenkerne, Hanfsamen, Erdnüsse und ein wenig Getreide ideal. Weichfutterfresser bevorzugen Fettfutter. Dazu kann man am besten mit fett angereicherte Haferflocken nehmen. Andere Arten wiederum fressen auch gerne Lebendfutter, wie beispielsweise Regenwürmer oder Mehlwürmer. Aber auch Trockenfleischstücke sind bei ihnen beliebt. Meisenknödel eignen sich auch super, da es sowohl weiches Futter, als auch Körner enthält. Bei Bedarf kann man den Vögeln auch kleine Apfelstücke anbieten, aber auch nicht zu viele. 

Im Sommer sollte man aber vermehrt Meisenknödel, Lebendfutter und kleinere Samen anbieten, als im Winter. Auch Energiekuchen werden dann mehr benötigt. 

Bei dem Futter sollte man vor allem darauf achten, dass es sich dabei um Premium- oder Vollwertfutter handelt. Ungeeignet und gefährlich sind Salz, Gewürze, künstliche Aroma- und Farbstoffe, Stabilisatoren, Konservierungsstoffe und Vitamine als Zusätze. Stoffwechselstörungen können die Folge sein. 

Die Hygiene im Vogelhaus

Da Vögel eine konstante Körpertemperatur von 45°C haben, ist das alleine schon ein guter Infektionsschutz. Hinzu kommt ihr starkes Immunsystem. Deshalb ist es ausreichend das Vogelhaus einmal im Monat zu reinigen. Einlegepapiere, herausnehmbare Einzelteile und ein schubladenartiger Boden erleichtern dabei die Arbeit enorm. Das Haus muss nur abgekratzt werden und, wenn nötig, mit heißem Wasser ausgewaschen. Auf Putzmittel sollte verzichtet werden. Eine weitere Hilfe kann es sein, möglichst wenig Futter zu verteilen und das alte Futter wieder zu entfernen. 

 

 

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