Schweinemast

Mastschweine_Stefan Schwarz/pixelio.deBild: Stefan Schwarz/pixelio.deFast 40 Kilo Schweinefleisch isst der Deutsche durchschnittlich im Jahr, somit ist das Schwein der klare Favorit, wenn es um den Verzehr von Fleisch geht. Doch für so viel Fleisch braucht man dementsprechend viele Tiere: In Deutschland werden gegenwärtig über 28 Millionen Schweine für die Fleischproduktion gehalten; rund 58 Millionen landen jährlich auf den deutschen Schlachthöfen. Leider ist der prozentuale Anteil von Bioschweinefleisch mit 1 % sehr gering. Die übrigen 99 % verbringen ein kurzes, unwürdiges Leben, dessen Zweck einzig darin besteht, in kurzer Zeit möglichst viel Fleisch zu möglichst billigen Preisen für den Verbraucher zu liefern.

Die Mastanlagen liegen meist abseits von Ortschaften, damit niemand direkt mitkriegt, was die Tiere in den riesigen Hallen für Qualen erleiden. Wer ein Schwein in seiner natürlichen Umgebung schon einmal erlebt hat, der weiß, wie sehr diese neugierigen und hochintelligenten Tiere es lieben, ihr Revier zu erkunden, gemeinsam nach Nahrung zu suchen und sogar gegenseitig Körperpflege zu betreiben Schweine sind sehr reinliche Tiere. Mastschweine hingegen sehen in ihrem Leben nur ein einziges Mal das Tageslicht: auf dem Weg zum Schlachthof.


Säue als Gebärmaschinen

FerkelBild: wolfish/pixelio.deSäue, die die Mastbetriebe mit Nachwuchs versorgen, werden zu regelrechten Gebärmaschinen herangezüchtet, die den Großteil ihres Lebens trächtig sind und unnatürlich viele Ferkel werfen. Anstatt den üblichen 6 können sie bis zu 20 Ferkel bekommen, worunter die Tiere merklich leiden. Wenn sie diese Tortur nicht mehr ertragen, werden sie ebenfalls geschlachtet, was meist mit 3 Jahren und über 130 Ferkeln eintritt. In den Deckstationen werden die Säue künstlich besamt und die erste Zeit in einem Kastenstand gehalten. Das sind enge, mit Metallstangen umzäunte Boxen, in denen sie sich nicht einmal umdrehen können und auch der soziale Kontakt zu den anderen Schweinen komplett unterbunden wird.

Auch bei der Geburt, der sogenannten Abferkelung, kann sich das Muttertier weder großartig bewegen, noch mit seinem Nachwuchs agieren. Nach vier Wochen werden die Ferkel von der Mutter getrennt, welche nach 5 Tagen erneut besamt wird; solange bis sie keine Kraft mehr hat und geschlachtet wird. Die Ferkel werden nun kupiert (Abtrennen der Schwanzspitze mithilfe einer Zange, damit andere Tiere nicht daran beißen können) und männliche Ferkel werden zudem ohne Betäubung kastriert. Die betäubungslose Kastration wird in Deutschland erst ab dem Jahr 2019 verboten sein. Das Kupieren der Schwänze ist laut Tierschutzgesetz und EU-Richtlinien eigentlich nur im Einzelfall erlaubt, wird aber in vielen Ställen routinemäßig praktiziert. Dies wird seit Jahren von der Politik geduldet, erst in jüngerer Zeit gibt es Anstrengungen diese Praxis zu unterbinden.

Nachdem die Ferkel von ihrer Mutter getrennt wurden, werden sie kontinuierlich gemästet, sodass sie jeden Tag einen Kilo an Masse zunehmen und nach 6 Monaten schlachtreif sind. Nimmt ein Ferkel nicht schnell genug zu und ist zu klein, wird es erschlagen, wie Aufnahmen von Tierschützern belegen.


Das traurige Dasein eines Mastschweins

Rolf Handke/pixelio.deBild: Rolf Handke/pixelio.deIn ihrem kurzen Leben müssen Mastschweine so einiges ertragen. Zu viele Tiere werden in zu kleinen Absperrungen gehalten, Schweine über 110 Kilo kriegen einen Platz von einem Quadratmeter zugewiesen, kleinere Schweine noch weniger. Dadurch entsteht auch das Problem, dass sie auf zu engem Raum einander nicht ausweichen können und es vor allem beim Fressen zu teilweise blutigen Auseinandersetzungen und Konkurrenzkämpfen kommt.
Doch den Sauen in der Einzelhaltung ergeht es noch schlechter, denn sie haben weniger Platz und können nicht mit anderen Tieren interagieren, da sie räumlich getrennt sind; diese Isolation führt zu schweren Verhaltensstörungen. Generell sind die Grundbedürfnisse der Tiere stark oder komplett unterdrückt. So werden den Tieren beispielsweise keine Beschäftigungsmöglichkeiten geboten, weshalb sie ein Fehlverhalten entwickeln, das sich unter anderem in Kannibalismus und Selbstverstümmelung ausdrückt. In freier Wildbahn verbringen Schweine die meiste Zeit des Tages mit Fressen und Nahrungssuche. Auch dieser natürliche Trieb ist ihnen verwehrt, da sie ihr Futter nicht suchen müssen und nicht einmal die Gelegenheit haben im Stroh zu wühlen. Sie stehen auf nackten Beton- und Spaltenböden und sind gezwungen in ihren eigenen Exkrementen zu leben und zu schlafen, da die Spalten, durch die Urin und Kot fallen sollen, meistens verstopft sind oder nicht alles aufnehmen können.

Als eine artgerechte Haltung für die Tiere, die in der Natur Schlafplatz und Toilette strikt voneinander trennen, kann man diese Zustände nicht bezeichnen.


Die Qualen der Tiere

14% - So hoch ist die Sterblichkeitsrate bei Ferkeln in den Mastbetrieben. Diese unvorstellbar hohe Zahl ist unter anderem die Folge von mangelnder Hygiene, die Infektionen und Durchfall verursacht. Verwunderlich ist dies nicht, wenn man bedenkt, dass die Tiere tagein tagaus zwischen ihren Exkrementen und zeitweise zwischen ihren verstorbenen Artgenossen liegen müssen. Das führt nicht nur zu einem geschwächten Immunsystem, sondern auch zu Atemwegserkrankungen, denn die Tiere sind den dabei entstehenden Gasen immerzu ausgesetzt. Da die Schweine sich so gut wie gar nicht bewegen können und zudem viel zu schnell zunehmen, verkümmert die Muskulatur, sodass sie zum Ende hin kaum noch fähig sind sich fortzubewegen und außerdem unter Herz- und Kreislaufversagen leiden. Auch Geschwüre an Magen und Darm, sowie Entzündungen der Geschlechtsteile sind häufig.


Die letzte Etappe eines Schweinelebens

Auch der letzte Abschnitt ihres kurzen Lebens ist für die Tiere eine Qual. Da es den Betrieben mehr Profit bringt, möglichst viele Schweine in einem Transporter zu befördern, werden sie dort wieder zusammengepfercht und wenn nötig sogar hineingeprügelt, um dann meist lange Fahrten quer durch Europa, zu ihrer Endhaltestelle - den Schlachthöfen – zu ertragen. Dort angekommen durchlaufen sie die verschiedenen Stationen des Schlachtbetriebs.
Die gängigsten Methoden zur Betäubung sind Elektroschocks oder die Nutzung von CO2-Gasen, wobei beides umstritten ist. Bei der Gasbetäubung erleiden die Tiere einen grausamen Erstickungstod und auch bei den Elektroschocks kommt es nicht selten zu Fehlern, wodurch die Tiere nicht vollständig betäubt werden. Nach der Betäubung wird den Schweinen mit einem Messer die Hauptschlagader durchtrennt und sie werden zum Ausbluten mit einer Kette kopfüber aufgehängt. Unvorstellbar, aber selbst bei diesem Verfahren sind immer noch einige Tiere bei Bewusstsein. Bei bis zu 12% der Tiere kommt es zu Fehlbetäubungen und Fehlern beim Durchtrennen der Hauptschlagadern, sodass etwa 1% selbst nach der Entblutung das Eintauchen in das kochende Wasser der Brühanlage bewusst erleben und Höllenqualen leiden.


Nicht länger wegschauen!

MastschweinBild: Karin Wobig/pixelio.deEs ist längst kein Geheimnis mehr, dass Schweine in der konventionellen Haltung ein unwürdiges, grausames Leben führen. Politik und Verbraucher sind gleichermaßen dafür verantwortlich, dass nicht länger weggeschaut wird. Wer Fleisch aus der konventionellen Schweinehaltung kauft, unterstützt damit die oben beschriebene, kommerzielle Tierquälerei in Mastbetrieben und Schlachthäusern. Deshalb ist der Verzicht auf eben dieses Fleisch der erste Schritt, um Fleischindustrie und Politiker wachzurütteln und zu zeigen, dass diese Tierquälerei von den Verbrauchern nicht länger geduldet wird. Deshalb unsere Bitte: Bitte kaufen Sie keine Fleischprodukte von Tieren aus konventioneller Haltung oder verzichten Sie gleich ganz auf Fleisch! Die Tiere werden es Ihnen danken!

 

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