Putenmast - Wie ein Tier der Nachfrage angepasst wird

Putenfleisch wird immer beliebter und gilt als gesunde Alternative zu Fleischsorten mit viel Fett. Doch kaum jemand macht sich Gedanken über die Haltung der Mastputen.

Puten in Mastanlage_uschi dreiucker/pixelio.deBild: uschi dreiucker/pixelio.deIn Deutschland werden zurzeit über 13 Millionen Puten in konventioneller Bodenhaltung gemästet. Die Mastbetriebe sind dabei meist deutlich größer als solche, in denen beispielsweise Gänse gemästet werden. Ungefähr 88 % der Puten werden in Betrieben mit mehr als 10.000 Tieren gehalten. Für die Tiere macht es natürlich keinen Unterschied, ob sie in Hallen mit 1.000 oder 5.000 Artgenossen auf ihr qualvolles Ende warten, denn die psychischen und physischen Schmerzen, die sie erleiden müssen, sind die gleichen.

Puten werden je nach Geschlecht 15 bis 22 Wochen lang gemästet und nehmen dabei fast 140 g pro Tag zu. Um dies zu erreichen, werden die Tiere bis zu 24 Stunden am Tag bei künstlichem Tageslicht gehalten. Dadurch wird eine erhöhte Futteraufnahme erreicht, die Tiere entwickeln bedingt durch den hohen Stress aber auch schwere Verhaltensstörungen. Dicht an dicht gedrängt und ohne jede Beschäftigungsmöglichkeit kann es bei den großen Vögeln zu schweren und teils tödlichen Auseinandersetzungen kommen.

Truthahn_schemmi/pixelio.deBild: schemmi/pixelio.deSolche Verletzungen sollen durch das Kürzen der Schnäbel verhindert werden – ein Beispiel dafür, wie Nutztiere den Bedingungen der Massentierhaltung angepasst werden, anstatt die Haltung auf die Bedürfnisse der Tiere abzustimmen.
Als ob die Verstümmelung der Tiere nicht schon schlimm genug wäre, arbeiten Zuchtverbände außerdem darauf hin, den gesamten Körperbau der Tiere an die Ansprüche des Konsumenten anzupassen. Denn beim Verbraucher besonders beliebt ist das Brustfleisch des Truthahns, was zur Zucht der Rasse „B.U.T 6“ (Zuchtorganisation „British United Turkeys“) führte, welche einen überdimensionalen Anteil an Brustfleisch ausbildet. Ein männliches Tier der Rasse B.U.T. 6 wiegt am Ende der Mast fast 20 kg und kann sich aufgrund des starken Übergewichts und der riesigen Brustmuskulatur kaum noch fortbewegen. Viele Tiere verdursten deshalb in den Masthallen, weil sie es nicht mehr schaffen, sich zu den Tränken zu bewegen. Das Skelett der Tiere kann mit dem rasanten Wachstum einfach nicht mithalten, und auch die inneren Organe sind dem unnatürlichen Körperbau nicht gewachsen, so dass es bei vielen Tieren zu Organversagen kommt. So sterben im Laufe der Mast rund 13 % der Tiere vorzeitig; die Landwirte nennen das schlicht „natürliche Selektion“.

In Folge der schlechten hygienischen Bedingungen in den Masthallen, in denen die Puten wochenlang im eigenen Kot stehen, breiten sich Infektionskrankheiten schnell aus, die prophylaktisch mit Antibiotika behandelt werden. So wird mit dem angeblich so gesunden Stück Putenfleisch gleich ein Medikamentencocktail gratis dazu geliefert - Guten Appetit!

 

Mitglied werden

 

Spenden

 

Patenschaft übernehmen

respektiere 02 2017

Wahlprüfsteine 2017

kreuz

Antworten der Parteien zu Tierschutzfragen

Wie stehen die Parteien zu einzelnen Tierschutzthemen?

Positionen der Parteien zur Bundestagswahl lesen Sie hier

 

itz-logo

Diese Webseite verwendet Cookies. Durch die Benutzung dieser Seite stimmen Sie dem zu.

Lesen Sie unsere Datenschutzbestimmungen hier

einverstanden