Blutfarmen- Die Qual der Stuten für billiges Fleisch auf deutschen Tellern

Massentierhaltung in Deutschland und die Qual von Pferden in Südamerika, kaum jemand würde davon ausgehen, dass hier ein Zusammenhang besteht. Doch tatsächlich leiden jährlich zehntausende Stuten in Uruguay, damit hier in Deutschland noch schneller und billiger Schweinefleisch produziert werden kann – möglich aufgrund des Hormons PMSG.

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Es ist ein Millionengeschäft, das Pharmakonzerne mit dem Hormon PMSG machen, denn das Konzentrat ist wertvoller als Gold. Das „Pregnant Mare Serum Gonadotropin“, kurz PMSG, wird aus dem Blut tragender Stuten gewonnen. Aufbereitet wird es Zuchtsauen gespritzt und sorgt für den Zyklusstart der Sau innerhalb von 24 Stunden. So können Betriebe die Brunst aller ihrer Tiere stimulieren und synchronisieren. Die Sauen können so schneller als natürlich wieder tragend werden und dadurch, dass alle Sauen gleichzeitig ihre Ferkel werfen, erreichen diese während der Aufzucht gleichzeitig das gleiche Gewicht und können in großen Gruppen an den Schlachter verkauft werden. Der Umsatz und Gewinn wird dadurch enorm gesteigert.

panthermedia.net Correcaminos113 kopie© Panthermedia / CorrecaminosDie Kosten für diese weitere Gewinnmaximierung in der Massentierhaltung tragen die Stuten in Uruguay. Auf den sogenannten Blutfarmen werden Tausende von ihnen gehalten, um sie zu befruchten und ihnen dann das Blut mit dem so wertvollen Hormon abzuzapfen. Die wilden Pferde werden dafür in enge Treibgänge getrieben und um sie ruhig zu stellen, werden sie mit Schlägen auf Kopf und Körper malträtiert. Dann werden ihnen dicke Kanülen in den Hals gerammt und etwa 10 Liter Blut abgenommen. Bei den kleinen Pferden entspricht dieses etwa einem Viertel der gesamten Blutmenge, sodass nicht wenige Stuten bei der Prozedur zusammenbrechen.

Da das Hormon nur am Anfang der Trächtigkeit im Blut der Stute vorhanden ist, wird den Pferden etwa elf Wochen lang jede Woche Blut abgenommen. Danach sind die trächtigen Stuten für die Hormongewinnung unbrauchbar. Da für die Fohlen kein Bedarf vorhanden ist, werden die Föten, sofern die Stuten diese durch den großen Stress nicht ohnehin verlieren, abgetrieben, indem die Fruchtblase angeritzt wird. Die Stuten, die diese ganzen Strapazen überlebt haben, werden kurz darauf wieder neu gedeckt. Sollten sie nicht mehr trächtig werden, werden sie an Schlachthöfe verkauft. Diese Schlachthöfe sind EU-zertifiziert, sodass auch das Fleisch der Stuten auf europäischen Tellern landet. 

Weder in Uruguay noch in der EU gibt es Gesetze, die die Produktion von PMSG regeln. Da die Produktionsbedingungen aber eindeutig gegen europäische Tierschutzgesetze verstoßen, ist die Herstellung in der EU nicht möglich. Der Import ist jedoch trotz der brutalen Herstellung erlaubt, da es sich um ein tierisches Nebenprodukt handelt, für das es bisher keine Richtlinien gibt. Ein Importverbot durch die EU wäre aufgrund der Herstellung die einzig richtige Konsequenz, zumal die Qual der Tausenden Stuten völlig unnötig ist, da das Hormon ebenso synthetisch hergestellt werden kann. Aus Gründen der Wirtschaftlichkeit wird es jedoch nicht getan- wie so vieles in der Massentierhaltung.

 

 

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