Plastikmüll im Meer

FotoHiero pixelio.deBild: FotoHiero/pixelio.deJedes Jahr gelangen Millionen Tonnen Plastikmüll in unsere Meere und stellen eine große Gefahr für die dort lebenden Tiere dar. Viele Tiere verschlucken Plastikteile, die sie mit ihrer eigentlichen Nahrung verwechseln. Die Tiere ersticken, erleiden tödliche Verstopfungen oder verhungern mit vollem Magen, denn sie können Plastik nicht verdauen. Bei einer Studie wurden bei etwa 93 Prozent der verendeten Seevögel Plastikteilchen im Magen als Todesursache festgestellt.
Lederschildkröten verwechseln Plastiktüten mit Quallen, die sie am liebsten fressen. In Schottland hat man vor einigen Jahren einen verendeten Zwergwal gestrandet aufgefunden – mit 800 Kilogramm Plastik im Bauch. Robben und Delphine verfangen sich in herrenlosen Fischernetzen und müssen qualvoll ertrinken. Und dies sind nur die offensichtlichsten Schäden, die Plastikmüll im Meer anrichtet.


Mikroplastik – Kleine Teile, großer Schaden

Mikroplastikpartikel Zahncreme Mikroplastik aus einer Zahncreme (Bild: Project Blue Sea)Auch kaum sichtbare Plastikteile, das sogenannte Mikroplastik, stellen ein zunehmendes Problem für Tier und Natur dar. Kaum jemandem ist bekannt, dass zahlreichen Körperpflegeprodukten wie Duschpeelings, Zahncremes oder auch Kontaktlinsenreinigern Kunststoffkügelchen beigemischt werden, um eine bessere Reinigungswirkung zu erzielen. Nach ihrem einmaligen Gebrauch gelangen diese Kügelchen durch die Kanalisation ins Meer, da sie von Kläranlagen nur zu einem Teil herausgefiltert werden können. Meerestiere verwechseln die Partikel mit ihrem natürlichen Futter, und somit gelangen sie in die Nahrungskette, an deren Ende der Mensch steht.
Sascha Regmann, Vorsitzender der Meeresschutzorganisation Project Blue Sea berichtet: „Kunststoffpartikel aus Körperpflegeprodukten sind bereits in Fischen, Seehunden, Muscheln, Krebsen und weiteren Meerestieren nachgewiesen worden. Die Oberflächenbeschaffenheit der Kunststoffpartikel hat zudem die Eigenschaft, Schadstoffe und im Wasser befindliche Umweltgifte an sich zu binden. Diese werden von den Meerestieren mit aufgenommen und reichern sich in ihnen an.“


Was ist die Ursache all dieser Probleme?

Fakt ist, dass in jedem Quadratkilometer Meer heute bis zu 46.000 Teile Plastikmüll schwimmen. Dieser Müll besteht aus PET-Flaschen, Plastiktüten, Feuerzeugen, Zahnbürsten, etlichem Verpackungsmaterial und vielem mehr. Die Müllflächen im Meer sind teilweise so groß, dass man sie vom Weltraum aus sehen kann. Schuld daran sind wir alle - die Wirtschaft, die Industrie, die Bürger und auch die Politik. Doch was können wir dagegen tun?

  1. Plastikabfall vermeiden oder recyceln
  2. Aufklärungskampagnen zum Thema Müll und Forschung vorantreiben
  3. Schiffsmüll darf nicht mehr im Meer landen
  4. Strategien und Projekte zur Bergung des Meeresmülls

Jeder kann etwas tun. Selbst die kleinsten Taten können Großes bewirken. Zum Beispiel kann man beim Einkauf anstatt einer Plastiktüte Papier- oder Stofftaschen nutzen und so wenig Plastikprodukte wie möglich kaufen. Dinge, die man länger benutzen kann, sind außerdem umweltfreundlicher als Einwegprodukte.


ETN und Project Blue Sea im Kampf gegen den Plastikmüll

Taschentauschaktion 1Tütentauschaktion mit Project Blue SeaGemeinsam mit unserem Partnerverein Project Blue Sea setzen wir uns gegen die Vermüllung unserer Meere ein. Wir machen auf die Schädlichkeit von Plastiktüten aufmerksam und bieten Alternativen, beispielsweise bei Tütentauschaktionen.
Mit der Kampagne „Müll im Meer geht uns alle an“ und einer eigenen Wanderausstellung macht Project Blue Sea auf den verheerenden Zustand der Meere aufmerksam. Auch Müllsammelaktionen am Strand führt unser Partner regelmäßig durch. Helfen auch Sie mit, unsere Ozeane vom Müll zu befreien, denn das Müllproblem geht uns alle an!

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