Brauchtumsfeuer - Eine Gefahr für Wildtiere

Osterfeuer_kilroygraphics/pixelio.de Bild: kilroygraphics/pixelio.de Anlässlich verschiedener Bräuche wird oftmals Schnittholz von Bäumen und Büschen sowie weiteres Gehölz zusammengetragen und als Haufen verbrannt. Bekannte Brauchtumsfeuer sind beispielsweise die Neujahrsfeuer, Martinsfeuer, Biikefeuer (Biikebrennen / Nordfriesland) oder die Osterfeuer.

Die Beweggründe für das Entfachen von Brauchtumsfeuern haben sich in jüngster Zeit drastisch verändert. Dienten manche Feuer in der Vergangenheit dazu, böse Geister zu vertreiben oder kirchlichen Riten zu frönen, so ist der heutige Sinn oftmals ein geselliges Beisammensein mit Alkoholkonsum und Grillparty im Stil eines Volksfestes. Auch nutzt man gelegentlich Brauchtumsfeuer dazu, um alte Möbel, Holzplatten und sogar Plastik oder Autoreifen zu verbrennen. Daher haben bereits einige Gemeinden das Abbrennen von Brauchtumsfeuern streng reglementiert oder komplett verboten.

Das bekannteste aller Brauchtumsfeuer ist das Osterfeuer. Hierfür werden oftmals schon im Spätherbst oder Winter Schnittgehölz, ausgediente Tannenbäume und weiteres Holz angesammelt und auf einer Freifläche aufgetürmt, um es am Osterwochenende zu verbrennen. Dies birgt eine große Gefahr für unsere Wildtiere, die diese Holzstapel nutzen, um zu überwintern oder Schutz zu suchen. Da das Osterwochenende zeitlich variabel ist, kann es sein, dass in manchen Jahren auch das Brutgeschäft einiger Singvogelarten mitten in der Osterzeit liegt. In diesem Jahr liegt Ostern in der zweiten Aprilhälfte, so dass sich Zaunkönig, Rotkehlchen, Heckenbraunelle, Amsel und Co. bereits in ihren Brutnestern befinden können. Neben Vögeln nutzen auch Marderartige, Amphibien oder Kleinsäuger wie Igel, Mäuse sowie junge Feldhasen die aufgetürmten Holzhaufen gerne als Versteck- und Schutzmöglichkeit, da in der heutigen, auf menschliche Bedürfnisse eingerichteten Kulturlandschaft natürliche Schutzplätze rar geworden sind.


Wie kann verhindert werden, dass Wildtiere in Brauchtumsfeuern zu Tode kommen?

Feldhase_Project Blue SeaBild: Project Blue SeaEs reicht nicht aus, vor dem Abbrennen des Holzhaufens mit Stöcken auf das Holz zu schlagen oder mit Forken darin herumzustochern, um die Tiere zu verscheuchen. Vielmehr verkriechen sich diese dann noch tiefer in den Haufen oder ducken sich ab, und ihre Lage verschlimmert sich dadurch eher. Am effektivsten ist es, den Holzhaufen erst kurz vor dem Verbrennen aufzuschichten oder einen bereits seit mehreren Wochen oder Monaten bestehenden Haufen am Tag des Anzündens vorsichtig umzuschichten. Allein diese Maßnahmen gewährleisten, dass die Tiere nicht qualvoll verbrennen oder durch den Rauch ersticken.

Sollten Sie an einem Brauchtumsfeuer teilnehmen, sprechen Sie bitte mit den Verantwortlichen über eine tierschutzfreundliche Lösung. Oftmals haben sich die Organisatoren im Vorfeld schon selbst Gedanken dazu gemacht und sind sicher froh, wenn Sie ihnen beim Umschichten helfen. Sollten Sie trotz aller Freundlichkeit auf wenig Verständnis für Ihr Anliegen stoßen, ist eine Meldung beim örtlichen Ordnungsamt oder - im Falle einer sehr kurzen Zeit bis zum Feuerbeginn - ein Anruf bei der nächsten Polizeidienststelle oft hilfreich, um dieser Angelegenheit Nachdruck zu verleihen. Die Wildtiere werden es Ihnen danken ...

 

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