Katzennachwuchs und kein Ende

KatzennachwuchsBild: Alexandra H./pixelio.deJedes Jahr aufs Neue stehen Tierschützer hilflos einer wahren Schwemme von Katzennachwuchs gegenüber. Niedliche kleine Katzenwelpen mit Kulleraugen und weichem Fell. Doch so niedlich sie auch aussehen, viele von ihnen habe keine Chance jemals ein Zuhause zu finden. Es sind einfach zu viele. Viele der Katzenbabys landen im Tierheim, weniger glückliche werden erschlagen oder ertränkt. Leider ist diese Art der Problembeseitigung v.a. im ländlichen Raum noch immer Gang und Gebe. Doch das Problem ist nicht damit gelöst, Katzenkinder zu „beseitigen“. Denn solange erwachsene Katzen nicht kastriert werden, werden jedes Jahr wieder neue Katzenwelpen geboren.

Eine Katze kann zweimal pro Jahr tragen und jeweils vier bis sechs Junge zur Welt bringen. Zwar werden Katzen, die jedes Jahr Nachwuchs bekommen nicht so alt wie kastrierte Tiere, aber selbst wenn man von einem Höchstalter von nur fünf Jahren ausgeht, kann die Katze in ihrem Leben 40 bis 60 Junge gebären. Nach sechs Monaten sind auch die Kleinen geschlechtsreif und vermehren sich wieder – somit entsteht nach nur einem Katzenleben eine Population, die nicht mehr überschaubar ist.

Viele Katzenhalter wissen das, trotzdem wird längst nicht jede Katze, geschweige denn jeder Kater kastriert. Die Gründe sind schwer nachvollziehbar. Viele Katzenbesitzer meinen, ihre Katze sollte zumindest einmal im Leben Junge bekommen haben. Das fördert aber weder die Gesundheit, noch die Lebensqualität der Katze, es handelt sich dabei vielmehr um den Wunsch der Menschen nach niedlichen Tierbabys. Leider bleiben diese aber nicht klein und am Ende wird es schwer, die Tiere unterzubringen. Zusagen von Privatpersonen lösen sich nach genauerem Nachdenken doch schnell in Luft auf und die Tiere landen allzu oft im Tierheim.

Größere Ausmaße bekommt das Problem durch verwilderte Katzen, die ausgesetzt oder zurück gelassen wurden und zum Großteil nicht kastriert sind. Diese Tiere vermehren sich völlig unkontrolliert so, dass aus wenigen ausgesetzten Tieren schnell eine große Population verwilderter Straßenkatzen werden kann. Allein in Deutschland, in einem Land, in dem vergleichsweise wenige Straßentiere leben, gibt es schätzungsweise 2 Millionen verwilderte Katzen. Tierschützer versuchen an vielen Stellen, die Tiere einzufangen und zu kastrieren, doch vermittelt werden können sie nur in seltenen Fällen, denn wilde Hauskatzen bauen als erwachsene Tiere nur schlecht ein Verhältnis zum Menschen auf. Die frei lebenden Katzen vermehren sich natürlich nicht nur untereinander, sondern paaren sich auch mit gut gepflegten Freigängern aus Privathaushalten. Vor allem Kater werden von Privatpersonen oft nicht kastriert, da sie naturgemäß den Nachwuchs nicht mit nach Hause bringen und so das Problem auf der Straße bleibt. Frei nach dem Motto „Was kümmern mich die Probleme anderer?!“.

Letztlich hilft nur eine gut kontrollierte Kastrationspflicht, die alljährliche Katzenschwemme in den Gemeinden Deutschlands zu verhindern. Als erste Stadt in Deutschland hat Paderborn im Jahr 2009 eine Kastrationspflicht für Freigänger eingeführt. Viele andere Städte und Gemeinden folgten, aber eine bundesweite Vorgabe lässt bisher auf sich warten. Eine länderübergreifende Regelung, die auch vorsieht, dass alle Freigängerkatzen Katzen gechipt und registriert werden, wäre ein wichtiger Schritt zur Lösung des Problems. Denn nur so kann auch kontrolliert werden, ob die Halter ihrer Verpflichtung nachkommen. Leider sind die meisten Städte und Gemeinden weit von einer Durchsetzung der Kastrationspflicht entfernt. Und so bleibt nur, weiter an alle Katzenhalter zu appellieren ihre Tiere frühzeitig kastrieren zu lassen.

Silke Schellenberger pixelio.deBild: Silke Schellenberger/pixelio.deWas Sie tun können:

  • Lassen Sie Ihre Katze / Ihren Kater kastrieren.
  • Lassen Sie Ihre Katze chippen und registrieren. Eine Registrierung kann man beispielsweise kostenlos bei TASSO vornehmen.
  • Fordern Sie in Ihrer Gemeinde / Stadt eine Einführung der Kastrationspflicht.
  • Fordern Sie die Einrichtung betreuter Futterstellen. Der Katzenbestand dort kann besser kontrolliert und Neuzugänge können kastriert werden.
  • Melden Sie Tötungen von Katzen und ihren Welpen. Solche Aktionen widersprechen dem Tierschutzgesetz.

 

 

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