Der Hund im Backofen

Tom2859 pixelio.deBild: Tom2859/pixelio.deEs ist wieder Sommerzeit und man sieht sie wieder zuhauf: Die Hunde, die bei über 20 Grad Außentemperatur „mal eben“ von ihren Besitzern im Auto zurückgelassen wurden. Jedes Jahr sterben Hunde in überhitzten Autos, weil ihre Besitzer den Temperaturanstieg im Fahrzeug unterschätzen. Bereits bei 20 Grad Celsius Außentemperatur kann sich das Innere eines Autos auf mehr als 50 Grad aufheizen, auch ein Schattenparkplatz und ein geöffnetes Fenster schützen davor nicht.

Da Hunde sich hauptsächlich über Hecheln Kühlung verschaffen und nur wenige Schweißdrüsen besitzen, können sie bei großer Hitze ihre Körpertemperatur nicht mehr ausreichend regulieren, sie bekommen einen Hitzschlag.
Anzeichen eines Hitzschlages sind starkes Hecheln, ein glasiger Blick, Taumeln, Erbrechen und eine dunkle Zunge; zeigt ein Hund diese Symptome, schwebt er in akuter Lebensgefahr. Sieht man in einem Auto einen Hund, der bereits in Lebensgefahr schwebt, sollte man auf jeden Fall die Polizei oder Feuerwehr informieren und auch versuchen, den Besitzer ausfindig zu machen. Dauert dies zu lange und können Polizei und Feuerwehr den Parkplatz nicht rechtzeitig erreichen, kann man die Scheibe des Autos auch selbst einschlagen, um das Leben des Tieres zu retten. Dabei ist allerdings zu beachten, dass es sich bei dieser Tat zuerst einmal um Sachbeschädigung handelt und man genau abwägen muss, ob sich der Hund tatsächlich in Lebensgefahr befindet.

Ist die körperliche Verfassung des Tieres erkennbar so schlecht, dass ein weiteres Abwarten zum Tod des Tieres führen würde, wäre die Sachbeschädigung durch eine sogenannte Notstandssituation gedeckt und bliebe straffrei. Zudem geschieht die Tat im Interesse des Tierhalters, es liegt also ein Handeln mit mutmaßlicher Einwilligung des Verletzten vor, eine sogenannte Geschäftsführung ohne Auftrag. In jedem Fall ist darauf zu achten, dass nur ein möglichst geringer Schaden am Fahrzeug verursacht wird. Es empfiehlt sich außerdem Fotos zu machen, auf denen die Situation zu erkennen ist und auch Zeugen dazu zu holen. Denn um straflos zu bleiben, muss der Tierbefreier nachweisen können, dass andere Maßnahmen nicht erfolgreich waren oder aus zeitlichen Gründen nicht mehr möglich gewesen wären.

Ist der Hund befreit, wird er in den Schatten transportiert und dort gekühlt. Dazu eignen sich nasse Handtücher, auf keinen Fall sollte man eiskaltes Wasser auf den Hund gießen. Am besten legt man den Hund auf ein nasses Handtuch und befeuchtet langsam von den Pfoten beginnend zum Körperzentrum hin den ganzen Körper. Auch bietet man dem Tier immer wieder kleine Mengen Wasser aus dem Napf an. Wichtig dabei ist, den Hund nicht zum Trinken zu zwingen, da das Wasser ansonsten in die Lunge kommen kann.

Nach der Erstversorgung sollte der Hund unbedingt zum Tierarzt transportiert werden. Bitte denken Sie daran, ihren Hund in den heißen Tagen niemals im Auto zurückzulassen und beobachten Sie auch parkende Autos. Sie können damit vielleicht ein Hundeleben retten!

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