Ungeliebter Blutsauger

Dieter Schütz pixelio.deBild: Dieter Schütz/pixelio.deIm Frühjahr startet ihre Saison - Zecken will und braucht niemand.
Sie erfüllen uns mit soviel offensichtlichem Grausen, dass wir nur Negatives über dieses kleine Krabbeltier zum Ausdruck bringen können. Dabei ist dieses kleine Spinnentier lediglich ein Parasit wie viele andere Organismen, die zeitweise auf Kosten anderer leben.

Um das zu bewerkstelligen bedarf es auf Seiten der Zecke eines ungeheuren Feingefühls für den Wirt, von dem sie nun einmal zwangsläufig abhängig ist, und für die Umwelt, in der sie erfolgreich zu überleben gewillt ist. Allein die hoch spezialisierten Blutentnahmeorgane und die außergewöhnliche Fähigkeit der Wirtsfindung sind für sich allein gesehen faszinierende Wunderwerke der Natur.

Von Zecken übertragende Krankheiten- gefährlich für Hund und Mensch

Aber soweit lässt sich menschliche Begeisterungsfähigkeit nur in den seltensten Fällen hinreißen. Grund dafür ist die Fähigkeit der Zecken, Krankheiten zu übertragen; denn sie ist – wie einige andere Insektenarten auch – das, was die Wissenschaft einen Vektor nennt. In ihren jeweiligen Verbreitungsgebieten dient sie als Infektionsreservoir krankmachender Mikroorganismen. Dem Hund kann sie u. a. die Ehrlichiose, die Babesiose, die Borreliose und sogar den Virus des Hämorrhagischen Fiebers und der Frühsommer-Meningitis (FSME) übertragen. Einige dieser Erkrankungen – vor allem FSME und Borreliose – sind auch für den Menschen gefährlich, da die meisten Zeckenarten mehrwirtig sind und damit auch den Menschen befallen können. 

In Deutschland gibt es für FSME bestimmte Risikogebiete. Das Bundesgesundheitsamt stellt immer wieder überarbeitete Karten ins Internet, auf denen man sich orientieren kann, in welchen Gebieten man besonders gefährdet ist. 

Warum beißen Zecken?

Mensch und Tier gefährlich werden können nur die Jungtiere (Larven und Nymphen) und die Weibchen; denn sie brauchen für eine erfolgreiche Entwicklung und Eiablage das Blut von warmblütigen Tieren. Deshalb ist in unseren Breitengraden ihre Beißfreudigkeit periodisch vom zeitigen Frühjahr bis in den Juni und dann noch einmal in den Monaten September und Oktober zu beobachten. Juli und August beißen in der Regel nur die “jugendlichen” Zeckenformen. Ausnahmen bilden jedoch die Zecken, die in einem warmen Vogelnest eine längere Saison haben. Aber auch für sie gilt: Verirrt sich eine männliche Zecke auf ein Wirtstier, dann nur zum Zwecke der Suche nach einem Weibchen. Er ernährt sich genauso wie die Weibchen außerhalb der Fortpflanzungszeit von Pflanzensäften.

Offensichtlich werden die Zecken durch die Ausdünstung der für warmblütige Tiere typischen Fettsäuren stimuliert, sich von hoch gewachsenen Gräsern oder niedrigen Büschen herabfallen zu lassen. Landen sie dann tatsächlich auf eine Wirtstier bzw. einem Menschen beißen sie sich noch lange nicht sofort fest. Sie gehen zunächst auf die Suche nach unter einer möglichst dünnen Hautschicht verlaufenden kleinen Blutgefäßen (Kapillaren). Es kann Stunden dauern, bis sie eine solche günstige Stelle gefunden haben. Ist ihr “Opfer” nur kurz behaart und bietet sich auch ansonsten kein fester Halt, so fallen sie oft unverrichteter Dinge wieder ab.

Was tun bei einem Zeckenbiss?

sassi pixelio.deBild: sassi/pixelio.de

Die Zecke auf keinen Fall vor dem Entfernen mit Öl, Alkohol oder ähnlichem ersticken! Dieses führt dazu, dass die Zecke ihren Mageninhalt mitsamt Baterien und Viren entleert. Das Entfernen der Zecke sollte mit einer speziellen Zeckenzange, -schlinge oder -karte, die es in jedem Tierfachgeschäft oder der Apotheke zu kaufen gibt, geschehen. Dabei wird der Kopf des Insekts kurz über der Haut des Wirtes gefassst und dann gerade herausgezogen. Die Zecke sollte nicht gedreht werden, da so die Gefahr höher ist, dass der Kopf abreißt und in der Wunde stecken bleibt. Auch beim geraden Abziehen der Zecke sollte kontrolliert werden, ob der Kopf mit entfernt werden konnte, da sonst die Gefahr einer Entzündung der Wunde deutlich höher ist. Die Zecke sollte anschließend unschädlich gemacht werden. Dabei empfiehlt sich die Zecke beispielsweise mit einem Glas oder Stein zu zerdrücken, aber niemals mit dem Fingernagel oder der Hand, da auch dabei das Risiko besteht, dass Krankheitserreger übertragen werden. Das Runterspülen in Waschbecken oder Toiletten ist wirkungslos. Zecken sind enorm widerstandsfähig und können auch unter Wasser einige Wochen überleben.  Um das Risiko einer Entzündung der Bissstelle zu verringern sollte diese desinifiziert werden. Bildet sich jedoch innerhalb weniger Stunden eine entzündlich-rötliche Hautreaktion rund um den Zeckenbiss sollte ein Arzt bzw. Tierarzt aufgesucht werden. 

Wie Zeckenbisse verhindern? 

Vorbeugend gegen Zeckenbisse gibt es nach wie vor nichts wirklich Zuverlässiges. Viele Präparate versprechen zwar einen Schutz, verhindern bestenfalls aber lediglich ein sich Festsaugen der Zecke. Da aber allein schon durch den Biss einer Zecke ungünstigstenfalls Krankheitserreger in den Wirtsorganismus gelangen können, ist ein solcher Schutz von der Wirkung her nur trügerisch. Die beste Prophylaxe ist immer noch das Absuchen unmittelbar nach dem Spaziergang.

 

 

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