Was ist Cushing?

Dr Christian BingoldDas Equine Cushing Syndrom (ECS/PPID) ist die häufigste Hormonstörung bei Pferden. Cushing betrifft meist ältere Pferde und Ponys. Etwa jedes fünfte Pferd über 15 Jahren ist von dieser Erkrankung betroffen. Neuere Untersuchungen zeigen aber, dass auch deutlich jüngere Pferde bereits an ECS im Frühstadium erkranken können. Die Krankheit ist chronisch fortschreitend und kann nicht geheilt, aber sehr gut behandelt werden. Wird Cushing nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, treten als Folge häufig auch schwerwiegende Erkrankungen auf, die mit zusätzlichen Leiden für das Tier und aufwändigen Behandlungen verbunden sind. Deshalb sollte jedes an ECS erkrankte Pferd behandelt werden!


Was sind die Ursachen von Cushing (ECS)?

Ursache des Equinen Cushing Syndroms (ECS) ist eine Erkrankung der Hirnanhangdrüse. Sie ist im Gehirn des Pferdes für die Produktion vieler Hormone zuständig. Über den Blutkreislauf gelangen die Hormone in den Körper und sorgen bei gesunden Pferden durch einen ausgeglichenen Hormonhaushalt für die Aufrechterhaltung und Kontrolle vieler Körperfunktionen. Bei von Cushing (ECS) betroffenen Pferden ist im Gehirn die Produktion des Botenstoffes Dopamin stark reduziert. Dopamin hat eine wichtige Kontrollfunktion auf den mittleren Teil der Hirnanhangdrüse, die unter anderem für die Produktion des wichtigen Hormons ACTH (Adrenocorticotropes Hormon) verantwortlich ist. Dieses wiederum sorgt dafür, dass die Nebennierenrinde Cortisol ausschüttet. Durch den Mangel an Dopamin entsteht bei ECS-Patienten in der Hirnanhangdrüse ein gutartiger Tumor und es kommt zu einer Überproduktion von ACTH, Cortisol und einigen weiteren Hormonen. Das hormonelle Gleichgewicht gerät aus den Fugen, und es entwickelt sich mit vielen verschiedenen Symptomen das Krankheitsbild des Equinen Cushing Syndroms.


Wie erkenne ich Cushing (ECS)?

Dr Meike LühmannFoto: Dr. Meike LühmannDie drei Hauptsymptome bei an Cushing erkrankten Pferden sind Fellwechselstörungen, Hufrehe und allgemeine Veränderungen des Erscheinungsbildes.
Die Fellwechselstörung ist ein klassisches Anzeichen für ECS. Dabei wird das Fell sehr lang, vor allem an den hinteren Seiten der Beine und am Kinn. Zudem wird das Fell sehr dicht und stellenweise lockig oder farblich verändert. Den Pferden fällt es im Sommer sehr schwer, ihr Winterfell abzuwerfen und teilweise bleiben lange Haare aus dem Winterfell im Sommer bestehen.

Ein ebenso auffälliges Symptom bei Cushing Pferden ist die Hufrehe, die bei etwa 50 bis 80% der Patienten oft in wiederkehrenden Schüben auftritt. Hufrehe ist ein schwerwiegendes Symptom, denn sie kann dramatisch verlaufen und auch tödlich sein. Hormonell bedingte Durchblutungsstörungen der Huflederhaut und eine dadurch ausgelöste Entzündung führen zu dieser sehr schmerzhaften Begleiterkrankung. Betroffene Pferde versuchen die erkrankten Hufe zu entlasten und zeigen oft eine typische Entlastungshaltung, indem sie ihr Gewicht weit nach hinten verlagern.
Innerhalb kürzester Zeit kann es zur Lösung der festen Verbindung von Lederhaut und Hufhorn und damit zu dramatischen Veränderungen im Huf, vor allem zu einer Absenkung des Hufbeins, kommen. Ohne Behandlung entstehen chronische Veränderungen, die nicht mehr vollständig heilbar sind.

Abgesehen von diesen Symptomen ändert sich auch das Erscheinungsbild des Pferdes. Die Muskeln bauen sich ab und das Pferd magert ab. Dadurch kommt es häufig zu einem Senkrücken und Hängebauch. Ein weiteres typisches Symptom ist die Verteilung von Fettdepots an ungewöhnlichen Stellen, z.B. über den Augen oder am Mähnenkamm.

Weitere Symptome sind unter anderem:

  • Schwitzen ohne körperliche Belastung
  • Leistungsschwäche
  • Teilnahmslosigkeit
  • Übermäßiges Trinken und Wasserlassen
  • Schlechte Wundheilung
  • Fruchtbarkeitsstörungen bei Stuten

Nicht alle Symptome müssen bei jedem Pferd auftreten, dennoch sollte man beim kleinsten Verdacht auf jeden Fall den Tierarzt benachrichtigen.


Wie wird Cushing diagnostiziert?

Der Tierarzt kann mithilfe eines Bluttests feststellen, ob das Pferd Cushing hat. Normalerweise bekommt man innerhalb weniger Tage ein Ergebnis. In manchen Fällen kann der Tierarzt aber schon anhand der klinischen Untersuchung und der Vorgeschichte des Pferdes oder Ponys die Diagnose stellen.


Wie kann man Cushing behandeln?

BirgitH pixelio.deFoto: BirgitH/pixelio.deFür die Behandlung von Cushing steht ein modernes, für Pferde zugelassenes Medikament zur Verfügung, mit dem man die Patienten gezielt und wirksam behandeln kann. Der Wirkstoff ersetzt das beim ECS-Patienten fehlende Dopamin und sorgt dafür, dass die Überproduktion verschiedener Hormone (vor allem von ACTH und Cortisol) deutlich oder sogar auf das normale Maß reduziert wird. Informationen zur medikamentösen Behandlung von ECS erhalten Sie bei Ihrem Tierarzt. Die klinische Besserung hängt vom Schweregrad der Erkrankung ab und tritt in den meisten Fällen bereits nach 6 bis 12 Wochen ein. Einige Symptome können sich schon nach 3 bis 4 Wochen sichtbar bessern, andere benötigen mehr Zeit.


Regelmäßige Nachuntersuchungen und Überwachung

Nach ca. 6 und 12 Wochen wird das Pferd nachuntersucht und die Dosis je nach Besserung angepasst. Wenn sich der Gesundheitszustand stabilisiert hat, sollten Behandlung und Dosis alle 6 Monate vom Tierarzt anhand der Symptome und der Laborwerte überwacht werden.

 

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