Oldies but Goldies

Ob Hund, Katz‘ oder Maus, ob Pferd, Schwein oder Rind; ob alt oder jung.
Ganz egal, denn jedes von ihnen ist ein Tier mit Herz und Charakter.

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Die meisten Tiere, die auf unseren Hof Huppenhardt, kommen sind entweder alt, krank oder gar beides. Und wie anderen Tierschutzorganisationen fällt es auch dem ETN schwer, alte Tiere wieder zu vermitteln. Doch warum eigentlich?


Alte Tiere werden öfter krank

Eines haben wir alle gemeinsam, wir werden alt. Wieso sollte es den Tieren anders ergehen als uns? Auch Tiere werden im Alter anfälliger für Krankheiten. Sie können ebenso wie wir an Arthritis, Diabetes, Herzschwäche und Krebs erkranken. Auch unsere tierischen Senioren hören schlechter, das Fell wird spröde, die Zähne brechen oder faulen und sie schlafen viel. Viele Tiere sind dadurch eingeschränkt, weshalb sie es besonders schwer haben, ein neues Zuhause zu finden.

Ein Beispiel dafür sind Pferde und Esel. Sie sind besonders im Alter anfällig für Hufkrankheiten. Sobald der Bewegungsapparat gestört ist, sind viele Tiere für den Menschen „unbrauchbar“. Aber auch unsere beliebtesten Haustiere wie Hund und Katze sind im Alter anfälliger für Erkältungen, Arthritis und Co., denn die Immunabwehr wirkt nicht mehr zuverlässig und die Organe funktionieren nicht mehr so einwandfrei wie früher. Im Alter müssen unsere Lieblinge genauer beobachtet, regelmäßiger abgetastet und vom Tierarzt untersucht werden. Es gibt verschiedene Dinge, die man beachten sollte, um möglich vermeidbare Krankheiten vorzubeugen oder das Immun- und Herz-Kreislauf System zu stärken.


Fütterung

Vor allem die Fütterung sollte immer artgerecht und den Bedürfnissen Ihres Tieres angepasst sein. Die Ansprüche Ihres Tieres ans Futter können sich durchaus im Laufe des Alters verändern. So kann es sein, dass der Appetit nachlässt oder die Nährstoffe nicht mehr so gut verwertet werden.
Anders ist es aber auch möglich, dass der Appetit nicht nachlässt, aber das Tier sich nicht mehr so viel bewegt und an Gewicht zunimmt. Vor allem Übergewicht zieht häufig Folgeerkrankung mit sich. Gelenk- und Herzprobleme, sowie Diabetes sind häufige Altersbeschwerden bei Übergewicht - nicht nur bei uns Menschen.


Regelmäßige „Senioren-Check-Ups“

Regelmäßige Senioren-Check-Ups sind deshalb so wichtig, da die meisten Tiere in freier Wildbahn keine Schwächen zeigen dürfen und so Schmerzen gut „verstecken“ können. Andere Erkrankungen bereiten vielleicht auch gar keine Schmerzen, beeinträchtigen das Tier aber dennoch in irgendeiner Form.
Deshalb können auch Tiere mit leichteren gesundheitlichen Beeinträchtigungen oder gar augenscheinlich gesunde Tiere von einer sorgfältigen tierärztlichen Untersuchung profitieren. Außerdem ist es von Vorteil Erkrankungen frühzeitig festzustellen und mögliche Verschlimmerungen vorzubeugen.

Wenn unsere Lieblinge älter werden, verändern sich oftmals ihre Bedürfnisse und ihr Verhalten. So auch bei Katzen, Hunden oder Pferden. Diesen sollte man als Halter nachgehen.


Wenn Katzen alt werden

Wieselchen 2Sobald unsere Katze einmal alt ist, verändert sich das Ruhe- und Spielverhalten. Während die Spielangel mittlerweile langweilig geworden ist, hat das warme, weiche Plätzchen das Interesse des Senioren geweckt. Alte Katzen sind gegen Zugluft wesentlich empfindlicher als Jungtiere, worauf man unbedingt achten sollte. Spätestens wenn das Auge tränt oder die Katze sich erkältet, sollte ein alternativer Schlafplatz her.

Dass Katzen eher eigenwillige Tiere sind, ist bekannt. Auch im Alter lässt das nicht nach. Vielen muss man das Futter regelrecht hinterhertragen oder sie vom Doseninhalt überzeugen. Wählerisch sind sie so oder so, daran wird sich wohl nichts ändern! Versuchen Sie Ihre Katze immer wieder vom Futter zu überzeugen, auch gerne spielerisch, wie z.B. mit einem Futter-Fummel-Brett. Da sich der Stoffwechsel und die Hormonproduktion einer Katze im Alter verändern, ist auch bei der Fütterung der Katzen Vorsicht geboten. Sie werden langsamer und das Muskel-Fettverhältnis kommt aus dem Gleichgewicht. Der Energiebedarf sinkt, während der Bedarf an hochwertigen Proteinen und Vitaminen zunimmt. Außerdem sollten ältere Katzen mehr Flüssigkeit aufnehmen, um Stoffwechselprodukte leichter auszuscheiden. Eine Hilfe bietet die Umstellung von Trocken- auf Nassfutter und die leichte Erhöhung des Wassernapfes.

Auch unsere Katzensenioren können eine gewisse Alterssenilität bekommen, oftmals werden sie auch sturer und weniger flexibel. In jedem Fall sind Beschäftigung und liebevolle Auseinandersetzungen die beste Lösung, außerdem sollte die Katze zur Ruhe kommen können. Das bedeutet: Keine stressvollen Veränderungen!

Wie bei uns Menschen nimmt die Gelenkigkeit und Sprungkraft bei den älteren Katzen ab. Somit können einige Stellen bei der Fell- und Körperpflege nicht mehr ausreichend geputzt werden, wobei der Mensch schnell mit einem feuchten Waschlappen nachhelfen kann (sofern der Stubentiger sich das auch gefallen lässt).
Da Katzen im Alter oft mit Zahn- und Zahnfleischproblemen kämpfen, aber auch oft die Tätigkeit von Organen wie Nieren, Herz oder Schilddrüse nachlassen, sollte ein regelmäßiger Arztbesuch selbstverständlich sein.


Wenn Hunde alt werden

Hunde HW Jan15-1Sobald die Butterdose nach dem Frühstück geschlossen wird, steht mein Hund bereits parat. Von oben hat er gehört, dass die Familie fertig gegessen hat, die Dose geschlossen ist und jetzt sein Frühstückskäsestückchen an der Reihe ist. Eines Tages wird der Tag kommen, an dem mein Hund die Butterdose nicht mehr von oben hört. – Macht nichts! Bleibt er eben unten. Schont die Knochen.
Mal im Ernst: Warum sollte es den Hunden anders ergehen als Mensch oder Katz‘? Auch sie werden alt. Das Fell wird grau, die Muskulatur und Elastizität des Körpers nimmt ab und auch die Sinne werden schwächer. So liegt es in der Hand des Menschen dem Hund ein würdiges Altern zu ermöglichen.

Viele Rassen erleiden vor allem im Alter große Gelenkprobleme. Besonders bei großen Rassen wie Bernhardiner oder Deutscher Schäferhund kann es im Alter auch zu Hüftgelenksdysplasie (HD) kommen, einer erblichen Fehlentwicklung des Hüftgelenks, die besonders bei Qualzuchten auftritt. Wenige Treppenstufen, ein Liegeplatz vor oder neben dem Sofa und ausreichend kleinere Spaziergänge erleichtern dem Hund das Leben und auch der erhöhte Napf kann bei Gelenkproblemen eine Hilfe sein.

Sollten Hör- und Sehvermögen nachlassen, kann Ihr Hund auch auf gewohnten Strecken und bei Begegnungen mit anderen Vierbeinern mal unsicher werden. Hier sollten Sie Ihrem Hund die Sicherheit geben und ihn vor Attacken und Belästigungen schützen. Da im Alter viele (auch rassebedingte) Krankheiten auftreten können, sollten Sie Ihren Hund regelmäßig durchchecken lassen, um Maul, Schleimhäute und Organe kontrollieren zu lassen.


Wenn Pferde alt werden

mekkiDas Verlassen der Stallgasse dauert länger, weil die Gelenke nun etwas steifer sind, die ersten grauen Haare im Fell erscheinen und die Muskulatur geht zurück. Auch die Körperheizung rostet langsam ein, sodass Ihr Liebling nun in den kalten und nassen Jahreszeiten eine Decke benötigt.

Alte und unreitbare Pferde haben oft keinen Wert mehr für ihre Besitzer. Doch warum eigentlich? Auch die Senioren unter den Pferden werden anfälliger für Krankheiten, sie verdauen das Futter nicht mehr richtig und das Immunsystem wird schwächer. So werden die Knochen spröde, die Gelenke und Sehnen sind nicht mehr so elastisch, wie sie mal waren und obendrein braucht das Pferd länger um sich von Krankheiten und Verletzungen zu erholen. Und eine Krankheit bei einem Pferd sprengt schnell mal das Portemonnaie. So sollte bei jedem Pferdekauf bedacht werden, dass das Tier auch einmal alt wird und es sollte realistisch geklärt werden, ob man das nötige Kleingeld hat, falls das Pferd mal krank wird oder sogar einen Klinikaufenthalt benötigt.

Trotz Alter kann man noch viel mit dem Pferd machen. Kleinere Spazierritte oder die Arbeit am Boden, ganz egal. Es ist wichtig auch die Senioren zu fördern, zu fordern und sie vor allem regelmäßig ohne Belastung zu bewegen. Außerdem sollten Sie nun darauf achten, wie viel und was Sie Ihrem Pferd nun zufüttern müssen, um es in Form zu halten.

Alte Tiere sind weise, ruhig und strahlen eine wundervolle Gelassenheit aus – Geben Sie auch diesen Tieren ein Zuhause!

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