Weltklimakonferenz in Bonn: Das Klima geht uns alle an!

Heute beginnt die Weltklimakonferenz in Bonn. Die Konferenz soll im Prinzip die Wie-Frage zu dem vor zwei Jahren geschlossenem Klimaabkommen in Paris beantworten. Damals wurde sich das ehrgeizige und dringend notwendige Ziel gesetzt, die Erderwärmung deutlich unter zwei Grad, möglichst sogar auf 1,5 Grad einzudämmen.  Jedes teilnehmende Land legt dabei seine Klimaziele und seine Aktionspläne selbst fest. Dafür ist es dringend notwendig, dass die Politiker sich auf ein Regelwerk einigen, welches die Klimaziele der teilnehmenden Länder vergleichbar und kontrollierbar macht. Zudem müssen bei Nichteinhaltung der Ziele Sanktionen festgelegt werden, damit die Pläne wirklich umgesetzt werden und nicht nur schöne Ideen bleiben.

Denn wie leicht diese Pläne aufgestellt werden, dann aber nicht wirklich umgesetzt werden kann man an unserem eigenen Beispiel sehen: Deutschland wird sein Ziel weit verfehlen, sofern nicht ein deutlicher Kurswechsel stattfindet. Das Ziel seine Emissionen bis 2020 im Vergleich zu 1990 um 40 Prozent zu reduzieren, ist mit derzeit rund 28 Prozent sehr unrealistisch. Selbst das Bundesumweltministerium gibt als realistischen Wert eine Minderung um etwa 32 Prozent bis 2020 an.

Auch wenn 32 Prozent auf den ersten Blick schon recht viel scheinen, muss betrachtet werden wie diese Minderung entstanden ist. Denn ein Großteil dieser Minderung ist auf die Wiedervereinigung Deutschland zurückzuführen, in dessen Folge viele alte, schmutzige Kraftwerke und Betriebe geschlossen worden sind. Deshalb ist davon auszugehen, dass weitere Minderungen der Treibhausgasemissionen deutlich schwieriger zu bewerkstelligen sind. Zumal in den letzten Jahre viel zu wenig getan wurde, um wirklich das Ziel von 40 Prozent zu erreichen und das Klima zu schützen.

358677 web R B by Marco Barnebeck pixelio.deBild: Marco Barnebeck / pixelio.deDenn die Liste von Verfehlungen von Deutschland für einen effektiven Schutz des Klimas ist lang, die wichtigsten Faktoren sind wohl aber Kohle, die Autoindustrie und die Landwirtschaft. Immer mehr Länder steigen aus der Kohleverbrennung zur Energiegewinnung aus, so auch kürzlich von Großbritannien, Italien, Frankreich, Niederlande und Kanada verkündet, während Deutschland sich ziert. Gleiches gilt für den Wandel bei der Automobilindustrie. Andere Länder entschließen sich zu Verboten von Verbrennungsmotoren, um aktiv den Klimawandel zu reduzieren, während Deutschland nicht einmal aus dem Dieselskandal deutliche Konsequenzen zieht. Ebenso traut sich die Politik nicht, Schritte weg von der Massentierhaltung, die in Deutschland einen großen Anteil an den Gesamtemissionen ausmacht, hin zu tiergerechteren und umweltfreundlicheren Haltungsweisen zu gehen.

Doch auch wenn die Politik aktiv handeln muss um das Ziel zu erreichen, so kann jeder von uns dabei helfen. Denn auch kleine Taten machen in der Menge einen großen Unterschied: Weniger Auto fahren, Strom sparen, bewusster Einkaufen, weniger Fleisch essen oder einfach Energiesparlampen einbauen, sind nur einige der vielen Möglichkeiten. 

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