Tierschutz im Alltag: „Ja“ zum Ehepartner, „Nein“ zu tierischen Hochzeitsbräuchen

Die Hochzeit soll für viele Menschen der schönste Tag im Leben sein, perfekt durchorganisiert und auf die Minute geplant. Dabei darf es an symbolträchtigen Inszenierungen nicht fehlen, immer beliebter wird dabei das Freilassen von weißen Tauben oder Schmetterlingen. Dieser Trend erfreut die Hochzeitsgäste, bedeutet aber großes Leid für die Tiere.

Weiße Tauben – ausgebeutetes Glückssymbol

Alexandra H. pixelio.deAlexandra H. / pixelio.deWeiße Tauben, die von dem frisch vermählten Ehepaar freigelassen werden, sollen Liebe, Treue und Frieden symbolisieren - eine Geste, die zu einem guten Start in die Ehe verhelfen soll. In Wirklichkeit steckt hinter dieser Inszenierung aber großes Tierelend, denn für die Tauben bedeutet das Ritual puren Stress. Die sensiblen Vögel werden in kleinen Kisten von ihrem heimatlichen Taubenschlag zum Ort der Hochzeit transportiert und müssen dort oft stundenlang in den engen Transportkisten ausharren. Während „normale“ Brieftauben über einen guten Orientierungssinn verfügen und meistens (aber längst nicht immer) den Weg zurückfinden, betont das Zuchtziel bei Hochzeitstauben nicht Orientierungssinn und Leistungsfähigkeit, sondern vor allem die Schönheit der Tiere. Bei reinweißen Tieren ist deshalb der Orientierungssinn häufig weniger gut ausgeprägt und die Tauben finden nach der Hochzeit nicht mehr zurück. So kommt es, dass immer mehr weiße Tauben in Schwärmen von Stadttauben gesichtet werden. Wer es nicht schafft, sich anderen Artgenossen anzuschließen wird häufig Opfer von Greifvögeln oder verhungert.

Flatternde Insekten für mehr Romantik?

Angelika Koch Schmid pixelio.deAngelika Koch Schmid / pixelio.deEinen Hauch Romantik soll auch das Freilassen von Schmetterlingen versprühen. Dieser neue Hochzeitsbrauch bedeutet für die schönen Insekten aber nicht nur den Tod, sondern er kann auch die heimische Schmetterlingsfauna gefährden. Die Schmetterlinge werden eigens für die Nutzung bei Hochzeiten gezüchtet und per Post an die Kunden geschickt. Allein der – oftmals sehr unsanfte – Transport in engen Schachteln fordert unter den Schmetterlingen schon einige Opfer, danach müssen die Tiere bis zur Hochzeit in den Pappschachteln bleiben. An für sie ungeeigneten Plätzen, bei schlechtem Wetter oder zur falschen Jahreszeit freigelassen, sterben die Tiere nach der Hochzeit meistens relativ schnell. Die Schmetterlinge, die nicht sterben, können wiederum eine Gefahr für die heimische Artenvielfalt bedeuten, denn sie können Krankheitserreger in heimische Schmetterlingspopulationen einschleppen.

Es gibt viele schöne Hochzeitsrituale, die Liebe und Treue symbolisieren und auf Tierleid verzichten – greifen Sie für den schönsten Tag im Leben doch lieber darauf zurück. Seifenblasen steigen zu lassen ist übrigens nicht nur eine schöne Alternative zu Schmetterlingen und Tauben, sondern vermeidet auch Plastikmüll in der Umwelt, wie er zum Beispiel durch Luftballons entsteht.

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