Ein Versuch mit Signalwirkung: Jagdverbot für Füchse in Luxemburg gestartet

Fuchs3Es sind gute Nachrichten für Luxemburgs Füchse: Seit heute, dem 1.4.2015, gilt in unserem kleinen Nachbarland ein absolutes Jagdverbot für die Tiere. Die Schonzeit ist zunächst auf Jahr begrenzt. Der ETN begrüßt diesen mutigen Schritt.

Das Verbot geht auf eine Initiative von Camille Gira zurück, grüner Politiker und Staatssekretär für nachhaltige Entwicklung und Infrastruktur. Nach seiner Ansicht bestehen keine vernünftigen Gründe für die Bejagung des Fuchses. Weder diene der Abschuss der Kontrolle von Seuchen noch werde der Fuchs verwertet, sondern in der Regel im Müll entsorgt.

Diese Sichtweise vertritt auch der ETN und hofft auf eine Verlängerung des Jagdverbots über das Probejahr hinaus. Die luxemburgische Initiative könnte eine wichtige Signalwirkung für die Nachbarländer haben, so auch für Deutschland. Doch die Jägerverbände laufen massiv Sturm gegen diese Einschränkung ihres Hobbies. Ihre Hauptargumente sind die Seuchenbekämpfung, die zahlenmäßige Kontrolle der Fuchsbestände und – ein wenig zynisch – ethische Gründe des Tierwohls. Denn die Natur sei grausam und ein Tod durch Krankheiten oder Hunger wesentlich qualvoller als ein schneller Tod durch Erschießen.

Schwache Argumente gegen das Jagdverbot

logo-etnAn dieser Stelle möchten wir kurz innehalten und die schwache Position der Jäger genießen. All diese Argumente können letztlich nicht darüber hinwegtäuschen, dass es einzig und allein um das persönliche Vergnügen der (Hobby-)Jäger und deren angebliche Besitzansprüche geht. Die Tollwut ist seit Jahren kein Thema mehr in Mitteleuropa, die Bejagung der Füchse hat aber ohnehin nicht zur Ausrottung der gefährlichen Krankheit beigetragen. Der Fuchsbandwurm wird so gut wie nie direkt vom Fuchs übertragen und stellt keine Gefahr für Menschen dar, wenn Haustiere regelmäßig entwurmt werden. Die Bestände der Füchse können mittels Jagd ebenfalls nicht wirkungsvoll geregelt werden, wie mehrere wissenschaftliche Studien belegen. Werden vermehrt Füchse geschossen, so rücken Tiere aus benachbarten Revieren nach und mehr Welpen werden geboren. Die Bestände regulieren sich tatsächlich am besten auf natürlichem Wege. Und ob der Abschuss wirklich die humanere Art zu sterben ist, darf doch stark angezweifelt werden. Schließlich geht es nicht um einen Gnadenschuss an einem kranken Tier, sondern um Stress und Unruhe durch Bejagung, um Unsicherheit in den Revieren und um Schüsse, die oft nicht sofort tödlich sind. Auch werden die gejagten Tiere in aller Regel nicht verwertet, sondern landen auf dem Müll. Fuchsfleisch steht auf keinem Speiseplan, und die Pelze werden in aller Regel nicht genutzt. Ohnehin ist Pelz als Kleidungsstück unnötig und nicht zeitgemäß; die Nachfrage für Pelz aus der Jagd hält sich – glücklicherweise – in sehr engen Grenzen.

Wir halten fest: Ein vernünftiger Grund für die Fuchsjagd besteht also nicht. Ein solcher Grund muss aber nach dem deutschen Tierschutzgesetz vorliegen, um das Töten eines Tieres zu erlauben. Der deutsche Gesetzgeber sollte sich daher ein Beispiel nehmen und die Fuchsjagd endgültig verbieten. Der ETN unterstützt die mutige Initiative von Camille Gira und der luxemburgischen Regierung. Ein schönes, frühzeitiges Ostergeschenk für die Füchse und für alle Tier- und Naturfreunde.


Was jeder tun kann:

Teilen Sie Staatssekretär Camille Gira und dem Ministerium für nachhaltige Entwicklung und Infrastruktur in Luxemburg mit, dass Sie die Initiative begrüßen und unterstützen. Ein Erfolg des Jagdverbots für Füchse kann eine wichtige Signalwirkung für ganz Europa haben. Jede Unterstützung ist daher wichtig.

Der Text kann auf Deutsch oder gutem Englisch/Französisch verfasst sein. Verweisen Sie dabei gern auf diesen Text und die Website des ETN.

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