Erfolgreiche Kastrationsaktion des ETN e.V. auf Gran Canaria

Ein Bericht von Tierschützerin Andrea Hansen

Nachdem die Kastrationskampagne des ETN e.V. im vergangenen Jahr auf Gran Canaria so erfolgreich war, durften wir auch diesen Oktober wieder eine solche Aktion organisieren und auf die Hilfe des ETN zählen. Dieses Mal stellte der ETN drei Tierärzte für drei Wochen zur Verfügung, welche zusätzlich von unserer kanarischen Tierärztin Syra Roiz unterstützt wurden.

Die verwilderten Katzen auf der Insel waren in diesem Sommer schon bei mehreren Institutionen zum Gesprächsthema geworden. Mitte September konnte dann ein Abkommen zwischen verschiedenen Tierschutzorganisationen, der Tierärztekammer von Gran Canaria sowie der Verwaltung von Las Palmas getroffen werden, das vorsah, die Katzenkolonien zu registrieren und die Katzen zu kastrieren, um sie anschließend wieder in ihrer Kolonie freizulassen. Im Anschluss daran sollen die Tierschutzvereine oder andere verantwortungsvolle Freiwillige die Versorgung und Betreuung der Katzen übernehmen.

Da es grob geschätzt ca. 3.000 wildlebende Katzen in dieser Region gibt, kam die Kampagne des ETN e.V. gerade richtig, und wir entschlossen uns, in den drei Wochen vor allem die Katzen der registrierten Kolonien kastrieren zu lassen.

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Um einen reibungslosen Ablauf zu garantieren, gab es im Vorfeld mehrere Sitzungen mit den freiwilligen Helfern. Katzenfallen und Transportboxen mussten organisiert werden. Vom Tierschutzverein Arycan konnten wir ungefähr 50 Transportboxen zur Verfügung stellen, wären aber mit unseren eigenen neun Katzenfallen nicht sehr weit gekommen. Die Inselregierung hat uns daraufhin 50 weitere Katzenfallen leihweise zur Verfügung gestellt – dafür möchten wir uns beim Cabildo ausdrücklich bedanken.

Damit die Tierärzte jeden Tag „ausgelastet“ werden konnten, mussten jeden Abend und zum Teil auch nachts die Katzen eingefangen werden, die dann am nächsten Tag kastriert werden sollten. Die Freiwilligen brachten die Katzen morgens in die städtische Auffangstation „Albergue de Bañaderos“, die uns freundlicherweise und ohne zu zögern ihre Räume und Gerätschaften zur Verfügung stellte.

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Selbstverständlich wurden auch andere Blessuren der Vierbeiner behandelt (so wurde z.B. auch ein Tumor entfernt oder eine Hündin mit drei Leistenbrüchen operiert). Bis zum Abklingen der Narkose blieben alle Tiere unter Beobachtung der Ärzte und konnten danach von den Freiwilligen wieder abgeholt werden. Die Spitzen der rechten Ohren der kastrierten Katzen wurden kupiert, damit man sie so erkennen kann und bei einer kommenden Aktion nicht noch einmal einfängt. Sämtliche Boxen wurden beschriftet, und auch die Katzen wurden bis zum Aufwachen mit verschiedenen Bändchen markiert, damit sichergestellt werden konnte, dass sie nach der Kastration auch wieder in ihr angestammtes Gebiet gebracht werden konnten.

Da bei den Operationen eine besondere, die Tiere viel weniger belastende Technik eingesetzt wurde, konnten die Tiere bereits nach kurzer Zeit wieder in ihren ursprünglichen Revieren freigelassen werden. Natürlich war diese Aktion auch für die Tierärzte vor Ort ein willkommenes „Seminar“, bei dem sie sich fortbilden und diese Technik erlernen konnten.

Diese drei Wochen der Kampagne waren sicher für alle Beteiligten eine anstrengende, aber auch sehr erfolgreiche Zeit. Die Zusammenarbeit unter den Tierärzten war vorbildlich, und das Resultat von 1.169 kastrierten Tieren kann sich wirklich sehen lassen!

Unser großer Dank gilt den freiwilligen Helfern vor Ort sowie den Behörden von Gran Canaria und Las Palmas, die uns bei der Durchführung der Kastrationsaktion unterstützt haben.

Andrea Hansen

 

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