Update: Die Versorgung ost-ukrainischer Tierheime ist weiterhin nicht gesichert

Seit September herrscht im Osten der Ukraine Waffenstillstand, und eine Pufferzone wurde errichtet, doch wer nun glaubt, den Menschen und Tieren in den ostukrainischen Städten ginge es damit besser, täuscht sich. Nun kommt zu den Gefahren durch die Kämpfe sowie die Wasser- und Nahrungsmittelknappheit noch eine weitere Bedrohung hinzu: Der Winter.

Trotz des Waffenstillstands spitzt sich die Lage im Osten der Ukraine weiterhin zu, denn in den Regionen um Donetsk und Lugansk wird noch immer gekämpft. Die einzelnen Separatistengruppen bereiten die Bildung autonomer „Republiken“ vor, in denen sie unkontrolliert nach ihren eigenen Gesetzen herrschen und so weiterhin die Versorgung und Infrastruktur der Gebiete lahm legen.

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In Lugansk kann Tierheimleiterin Irina nur mit viel Glück Weizen und altes Brot für ihre 300 Hunde im Tierheim „Give a paw“ kaufen; viele Hunde sind mittlerweile abgemagert. Das Tierheim ist völlig überfüllt, denn immer wieder kommen neue Hunde von der Straße hinzu. Doch Irina will und kann kein einziges Tier abweisen, denn auf der Straße werden sie von den Separatisten einfach erschossen. Viele Futterlieferanten arbeiten mittlerweile nicht mehr; Firmen haben geschlossen, weil alle Mitarbeiter geflohen sind. So auch der Holzlieferant aus Lugansk, der dem Tierheim das dringend benötigte Brennholz für den Winter liefern müsste.

Mittlerweile fallen die Temperaturen in der Ost-Ukraine nachts auf -10 °C, und der Winter naht erbarmungslos. Schon unter normalen Umständen stellt der ukrainische Winter die Tierschützer vor große Herausforderungen, doch diesmal kann er das Todesurteil für Tausende Menschen und Tiere bedeuten. Ohne Brennholz und ausreichend Futter werden die Tierschützer ihre Hunde und Katzen nicht über den Winter bringen können!

Auch in Pervomajsk, einer Kleinstadt in der Nähe von Lugansk, ist die Situation ähnlich alarmierend. Die Stadt wird von Separatisten gehalten, die streunende Hunde und Katzen massenweise erschießen. Sie begründen dies mit einer möglichen Ausbreitung der Tollwut, und so müssen die Tierschützer von Pervomajsk nun alles daran setzen, möglichst viele Tiere zu impfen und zu markieren, denn nur dann werden sie von den Separatisten verschont. Zusätzlich zu diesen Impfungen retten die Tierschützer von Pervomajsk unglaublich viele Straßentiere, nehmen sie in ihrem kleinen Tierheim auf und verteilen mit dem Fahrrad in der gesamten Stadt Futter. Trotz Nahrungsmangel und der ständigen Bedrohung durch randalierende Banden leisten diese Tierschützer schier Übermenschliches! In Pervomajsk wie auch in allen anderen Gebieten der Ost-Ukraine gibt es mittlerweile massenhaft ausgesetzte, zurückgelassene Tiere, die aus den Nachbarstädten und -dörfern in die größeren Städte kommen. Sie alle hungern, frieren und benötigen medizinische Versorgung.

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Überall sind die Tierheime übervoll. Gleichzeitig gibt es nicht einmal genügend Futter für einen Bruchteil der Tiere. Im privaten Tierheim „PIF“ in Donetsk, das Platz für 900 Tiere bietet, sind inzwischen beispielsweise über 1.000 Tiere untergebracht. Das Tierheim nimmt immer wieder Tiere von der Straße auf und unterstützt gleichzeitig das städtische Tierheim von Donetsk, das schon seit Monaten kein Geld mehr von der Stadtverwaltung erhalten hat. Im städtischen Tierheim sitzen zurzeit noch 300 Hunde, die bald freigelassen werden müssen, wenn niemand Hilfe leisten kann. Auf der Straße werden die Tiere sterben – entweder durch die Gewehrkugel eines Soldaten oder durch die eisige Kälte des Winters.

Wohin man schaut, die Situation ist überall dieselbe: Menschen und Tiere leiden Hunger, die Bedrohung durch Separatistengruppen ist allgegenwärtig, und der nahende Winter stellt die Menschen vor schier unlösbare Probleme. Brennholz ist knapp, die Tierschützer können die Räume ihrer Tierheime nicht beheizen und kein Futter für die Hunde kochen.

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Ein Teil unserer Weizenlieferung für das Tierheim Gorlovka

Wo immer es eine Möglichkeit gibt, Futter, Medikamente und Holz in die Tierheime liefern zu lassen, versuchen wir, diese Chance zu ergreifen und den Tierschützern zu helfen. Banküberweisungen nach Donetsk sind noch möglich, so dass wir in den letzten Monaten zahlreiche Spenden ins Tierheim „PIF“ und auch ins Tierheim von Gorlovka schicken konnten.

In Lugansk und Pervomajsk arbeiten die Bankautomaten leider nicht mehr, aber es war uns möglich, einige Futterlieferungen mit dem Zug oder über Privatleute zu den Tierheimen zu schicken. Auch hier ergreifen wir weiterhin jede Möglichkeit, die sich uns bietet, denn diese Spenden sind das einzige, was die Tiere in den Heimen von Lugansk, Pervomajsk, Gorlovka und Donetsk noch am Leben hält!

Sie, liebe Spender, haben dies in den letzten Monaten möglich gemacht! Für ihre überwältigende Hilfsbereitschaft möchten wir uns im Namen der Tiere der Ost-Ukraine noch einmal ganz herzlich bedanken!

Angesichts des bevorstehenden Winters sind Ihre Spenden nun wichtiger denn je, daher treten wir noch einmal mit einer Bitte an Sie heran:

Bitte helfen Sie, auch weiterhin das Überleben der Menschen und Tiere im Osten der Ukraine zu sichern! Bitte unterstützen Sie die Tierheime in der Ost-Ukraine mit Ihrer Spende!

Wir dürfen jetzt nicht aufgeben, denn die Tiere in der Ukraine brauchen unsere Hilfe nötiger denn je!

 

Unser Spendenkonto:

Europäischer Tier- und Naturschutz e.V.

Kreissparkasse Köln

IBAN: DE59 3705 0299 0007 0070 19

BIC: COKSDE33XXX

Verwendungszweck: Notfallhilfe Ost-Ukraine

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