Pressemitteilung: Nach dem Abschuss eines Wisents - ETN fordert Konsequenzen

Bild: Wisent Welt Wittgenstein Much, 27.09.2017. Vor einer Woche wurde im brandenburgischen Kreis Lebus ein Wisent erschossen, das von Polen über die deutsche Grenze gewandert war. Der Fall sorgte deutschlandweit für Aufsehen – zurecht, findet der Europäische Tier- und Naturschutz e.V. (ETN).

Wisente sind eine nach dem Bundesnaturschutzgesetz streng geschützte Art, ein Abschuss hätte vom Umweltministerium genehmigt werden müssen. Der Amtsleiter des Amtes Lebus, der die Tötung des Wisents angeordnet hatte, hat somit gegen das Gesetz verstoßen und eine Entscheidung getroffen, die in keinem Verhältnis zum Gefährdungspotenzial des Tieres steht.

Positive Erfahrungen mit wilden Wisenten

Die ETN-Stiftung ist Partner der Wisent-Welt-Wittgenstein und unterstützt damit ein in Deutschland einzigartiges Artenschutzprojekt. Denn der Verein hatte vor vier Jahren acht Wisente im Rothaargebirge in die Freiheit entlassen, mittlerweile ist die Herde auf 21 Tiere angewachsen. Zu Begegnungen mit Wanderern kommt es selten, da die Tiere sehr scheu sind. Hautnah erlebt werden können die Wisente im eingezäunten Besucherareal der Wisent-Wildnis, das eine weitere Wisentherde beherbergt. Die Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass Wanderer oder Besucher bei der Begegnung mit einem Wisent nichts zu befürchten haben. „Deshalb ist es unbegreiflich für uns, dass das wilde Wisent in Lebus geschossen wurde, ohne dass von dem Tier eine konkrete Gefahr ausging.“, sagt Julia Vasbender, Biologin beim ETN und Koordinatorin der Zusammenarbeit mit der Wisent-Welt-Wittgenstein.

Ordnungsamt muss Konsequenzen ziehen

Der ETN fordert den Amtsdirektor von Lebus, Herrn Friedemann, auf, Konsequenzen aus seiner Fehleinschätzung zu ziehen und von seinem Amt zurückzutreten. Der Abschuss des Wisents ist gemäß Bundesnaturschutzgesetz strafbar und es lag keine konkrete Gefährdung der Bevölkerung vor, da ein Wisent, das sich arttypisch verhält, keine Gefahr für den Menschen darstellt. Zudem war das Tier in Polen bestens bekannt und hat dort nie Konfliktsituationen verursacht. Die Tötung des Tieres war somit unnötig.

 

Bild: Wisent-Welt-Wittgenstein

 

Mitglied werden

 

Spenden

 

Patenschaft übernehmen

 

respektiere cover 03 2017

itz-logo

Diese Webseite verwendet Cookies. Durch die Benutzung dieser Seite stimmen Sie dem zu.

Lesen Sie unsere Datenschutzbestimmungen hier

einverstanden