Pressemitteilung: 0 oder 1 - sonst keins!

Andrew DickinsonBild: Andrew DickinsonZu Ostern steigt der Eierkonsum gewaltig. Will man beim Eierkauf auch auf den Tierschutz achten, sollte man die Eierkennzeichnung genau beachten. Der Europäische Tier- und Naturschutz e.V. (ETN) empfiehlt, nur auf Eier aus Ökologischer Erzeugung oder Freilandhaltung mit der Kennziffer 0 und 1 zurück zu greifen. Denn in Bodenhaltung – erkennbar an der Ziffer 2 – können Hühner nicht artgerecht gehalten werden. Somit gilt nicht nur zu Ostern: 0 oder 1, sonst keins!

Die Bodenhaltung ist in Deutschland die dominierende Haltungsform von Legehennen. Viele Verbraucher greifen zu Eiern aus Bodenhaltung, weil sie günstig sind und gegenüber der Käfighaltung eine tiergerechtere Haltung der Hennen suggerieren. Denn das Wort „Boden“ erweckt den Eindruck einer scheinbar natürlichen Umgebung für die Hennen. Wirklich „natürlich“ ist an dieser Haltung leider nicht viel, denn die Hühner werden in Gruppen aus bis zu 6.000 Tieren in große Hallen gepfercht. Bis zu neun Hühner pro Quadratmeter dürfen gehalten werden, so dass jedem Huhn nur etwa 0,1 m² Platz zur Verfügung stehen. Das ist weniger als zwei DIN A4 Blätter. Auch eine sogenannte Volierenhaltung ist erlaubt, bei der bis zu drei Etagen, zumeist aus Drahtböden, vorhanden sind. Da nur ein Drittel der Fläche eingestreut werden muss, ist die Haltung auf den Drahtböden zulässig und lediglich der Stallboden wird eingestreut. Naturboden oder zumindest naturnahe Bedingungen sucht man hier also vergebens.

panthermedia.net branexBild: panthermedia.net/branexIn ihrer natürlichen Umgebung leben Hühner in Gruppen von 5 - 20 Hennen und einem Hahn auf weitläufigen Flächen in einer klaren Hackordnung. Durch die hohen Besatzdichten bei Bodenhaltung können die Hühner aber ihre natürlichen Verhaltensweisen nicht ausleben und zeigen daher oft Verhaltensstörungen wie Kannibalismus oder Federpicken. Um Kannibalismus und den damit verbundenen wirtschaftlichen Einbußen entgegenzuwirken, wird den Küken ohne Betäubung der Schnabel gekürzt, was zu erheblichen Schmerzen und Beeinträchtigungen für das Huhn führt. Neben Verhaltensstörungen verursachen die hohen Besatzdichten bei der Bodenhaltung auch verschiedene andere Krankheiten. Durch die vielen Ausscheidungen der Tiere entsteht beispielsweise eine hohe Belastung mit Ammoniak, welches die Atemwege reizt. Zusätzlich schädigt auch der Staub, von Hautschuppen, Federn, Futter und der Einstreu, die Lungen der Hühner. Bodenhaltung ist also kaum besser als die Käfighaltung, auch wenn der Begriff „Boden“ den Verbrauchern das Bild einer natürlichen Haltung vermitteln möchte.

 

Die Lösung: 0 oder 1, sonst keins

In Freilandhaltung (mit der Ziffer 1) haben die Hennen zusätzlich zum Stall einen Auslauf vom 4 m² und damit schon bedeutend mehr Platz als in der Bodenhaltung. Die tiergerechteste Haltung findet sich aber in der ökologischen Erzeugung, denn neben dem Auslauf ist hier die Zahl der Hennen im Stall pro Quadratmeter auf sechs Tiere beschränkt. Im Sinne des Tierschutzes empfiehlt der ETN daher den Kauf von Eiern dieser beiden Haltungsformen. Übrigens: „Bereits gekochte und bemalte Eier müssen nicht gekennzeichnet werden. Im Zweifel also die Ostereier lieber selbst bemalen!“, rät Julia Vasbender, Biologin des ETN.

 

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