Pressemitteilung zum Welttierschutztag: Die Fohlen, die EU und der Tierschutz

ETN e.V. klärt über die Schlachtfohlenzucht auf

Fohlen bei einer AuktionMuch, 30.09.2016. Das Schicksal der Schlachtfohlen, die alljährlich im Salzburger Land in Österreich geboren und im Herbst versteigert werden, ist unter Tierschützern mittlerweile bekannt. Ein Großteil dieser Fohlen der Kaltblutrasse Noriker wird an italienische Schlachtbetriebe verkauft. Was viele Menschen aber nicht wissen ist, dass diese Schlachtfohlenproduktion indirekt durch EU-Gelder gefördert wird. Zum Welttierschutztag am 04. Oktober klärt der ETN e.V. über die Praktiken in der Norikerzucht auf.

Im Oktober findet im österreichischen Maishofen und Umgebung alljährlich das gleiche Spektakel statt: Hunderte Norikerfohlen werden in großen Markthallen versteigert. Die Fohlen wurden im Frühjahr auf idyllischen Bergwiesen geboren, dienten im Sommer als Touristenmagnet und kommen im Herbst unter den Hammer. Züchter und Freizeitreiter suchen sich die besten Tiere heraus, der Rest ist „Ausschuss“. Rund 96 Prozent der Fohlen wird an Schlachtbetriebe verkauft, meist in Italien. Direkt nach den Auktionen werden die verängstigten Tiere auf Transporter verladen und dann folgt ein stundenlanger Transport zu Mastanlagen in Italien. „Die Szenen bei der Verladung sind dramatisch. Mutter und Fohlen werden oft gewaltsam getrennt.“, weiß Horst Giesen, Präsident des ETN e.V.

EU-Subventionen für Schlachtfohlen

Aus einem Schreiben des Österreichischen Ministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft auf eine Anfrage des ETN e.V. geht hervor, dass die Zucht der Pferderasse Noriker vom ÖPUL (Österreichisches Programm für umweltgerechte Landwirtschaft) im Rahmen der Erhaltung gefährdeter Nutztierrassen gefördert wird. Neben Bundesmitteln wird das ÖPUL hauptsächlich durch EU-Subventionen finanziert. Im letzten Jahr wurden so etwa 1.000 Betriebe mit knapp 2.000 Norikern gefördert.

„Dass die Schlachtfohlenzucht in Österreich durch EU-Mittel und damit durch unsere Steuergelder finanziert wird, ist empörend!“, so Horst Giesen. Zwar gibt es keine direkte Zahlung für jedes Fohlen, doch Zuchtstuten und -hengste werden über das Programm finanziert, wobei Bedingung ist, dass die Stuten im Förderungszeitraum mindestens einmal gefohlt haben müssen. So finanzieren die Mittel der EU letztlich eine Zucht, bei der 96 Prozent der Nachzuchten beim Schlachter landen.
Das zuständige Ministerium in Österreich sieht in dieser Vorgehensweise kein Problem und teilt mit: „Die In-Situ Erhaltung gefährdeter Haustierrassen ist in Österreich am Agrarumweltprogramm ÖPUL festgemacht. […] In-Situ heißt, dass diese Rassen am Bauernhof gehalten werden, das mit ihnen gezüchtet und eine nachhaltige Entwicklung durch Nutzung erfolgt. […] Das schließt auch das Schlachten und Verzehren von Tieren dieser Rassen ein.“

Um Tierfreunde aufzuklären und österreichische Politiker zu einem Umdenken zu bewegen, hat der ETN e.V. eine Petition gegen die Subventionierung der Schlachtfohlenzucht ins Leben gerufen, die bereits mehr als 60.000 Menschen unterzeichnet haben. Auch werden in diesem Jahr wieder Schlachtfohlen gerettet, zwei Tiere befinden sich bereits auf dem ETN-eigenen Tierschutzhof Huppenhardt.

 

Mitglied werden

 

Spenden

 

Patenschaft übernehmen

 

respektiere cover 03 2017

itz-logo

Diese Webseite verwendet Cookies. Durch die Benutzung dieser Seite stimmen Sie dem zu.

Lesen Sie unsere Datenschutzbestimmungen hier

einverstanden