Pressemitteilung: Hessische FDP will gegen Jagdverordnung klagen - Kritik der Umweltverbände

Bild: Schari KubinBild: Schari KubinMuch, 12. Juli 2016 – Das Bündnis Jagdreform Hessen, ein Zusammenschluss von zehn Tier- und Naturschutzorganisationen, kritisiert die FDP-Landtagsfraktion, welche gegen die aktuell geltende hessische Jagdverordnung klagen will.

Wenn es nach dem Willen der FDP in Hessen geht, sollen die jetzt geltenden Schonzeiten, zum Beispiel für Füchse und Waschbären während der Aufzucht ihrer Jungen, abgeschafft werden. Das würde bedeuten, dass künftig kleine Fuchs- und Waschbär-Welpen elendig sterben müssen, weil ihre Eltern von Jägern geschossen, mit Totschlagfallen getötet wurden oder mit der Pfote in eine Falle geraten sind, aus der sie sich schwer verletzt unter erheblichen Schmerzen und Todesängsten vergeblich zu befreien versuchen. Auch Baummarder, Hermeline, Iltisse, Mauswiesel, Möwen oder Türkentauben, die nach der aktuellen Jagdverordnung unter ganzjährigem Schutz stehen, dürften weiter bejagt werden.

„Die FDP scheint hier mit ihrer tierschutzfeindlichen Haltung verzweifelt um die Wählergunst der Jäger zu buhlen“, sagt Mike Ruckelshaus, Leiter Tierschutz Inland bei TASSO e. V. und Mitbegründer des Bündnisses. Damit würden die errungenen Verbesserungen für den Tierschutz in der neuen Jagdverordnung wie beispielsweise Schonzeitenverlängerungen oder die Streichung von Jagdzeiten für bestimmte Tierarten ausgehebelt werden.

Die einseitige Nähe der FDP zur Jagd sei leider immer wieder offensichtlich. So wurde zum Beispiel im Januar 2016 der FDP-Abgeordnete Wolfgang Greilich von der Jägerschaft mit dem „Goldenen Mümmelmann“ ausgezeichnet, weil dieser sich wie die Jäger auch zum vermeintlichen Schutz von Hase und Rebhuhn für eine intensive Bejagung von sogenanntem Raubwild und somit gegen die von Ministerin Priska Hinz geplanten Schonzeiten für Fuchs, Waschbär, Marder und weitere Beutegreifer eingesetzt habe.

„Dieses angebliche Engagement für den Schutz von Hase und Rebhuhn verliert jedoch schnell an Glaubwürdigkeit“, meint Mike Ruckelshaus. Denn der Landesjagdverband Hessen habe sich mit öffentlicher Unterstützung von der FDP im Zuge der Novellierung der hessischen Jagdverordnung für die weitere Bejagung von Rebhühnern und Feldhasen ohne Rücksicht auf deren Besatzdichte ausgesprochen, und in Hessen wurden im Jagdjahr 2014/15 immerhin 3.290 Hasen geschossen.

„Die jetzt eingeführte ganzjährige Schonzeit für einige Tierarten ist ein Fortschritt für mehr Tierschutz im hessischen Jagdrecht“, so der Tierschutzexperte. Die Staatszielbestimmung Tierschutz müsse auch bei der Jagdausübung Anwendung finden. Daher räume die neue hessische Jagdverordnung nun endlich erstmals auch für Füchse und Waschbären Schonzeiten ein.

Das Bündnis Jagdreform Hessen (BJH) ist ein Zusammenschluss von zehn Tier- und Naturschutzorganisationen:

animal public e.V.
Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V.
Deutsche Juristische Gesellschaft für Tierschutzrecht e.V.
ETN – Europäischer Tier- und Naturschutz e.V.
Landestierschutzverband Hessen e.V.
Menschen für Tierrechte, Bundesverband der Tierversuchsgegner e.V.
Natur ohne Jagd e.V.
PETA Deutschland e.V.
TASSO e.V.
Wildtierschutz Deutschland e.V.

 

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