Für die Straßentiere Serbiens: Das Sterilisationszentrum Belgrad

In einer angemieteten Garage mitten in Belgrad fing alles an. Hier entstand bereits 1996 das erste Sterilisationszentrum – zu einer Zeit, in der Serbien ein unruhiges, vom Krieg zerrissenes Land war. In der Garage standen 5 Boxen für die operierten Tiere bereit, daneben ein kleiner Untersuchungs- und Operationsraum. Für den Tierschutz gab es – damals wie heute – keine öffentlichen Gelder. Die Gründer des Zentrums brachten daher nicht nur ihre Zeit ein, sondern auch ihr Geld, und suchten Hilfe, wo sie nur konnten. Pharmaunternehmen spendeten Arzneimittel, die kurz vor dem Verfallsdatum standen, engagierte Nachbarn brachten Futter- und Sachspenden, Tierärzte führten die Operationen teilweise kostenlos durch. Die bescheidene Unterkunft wechselte in den ersten Jahren mehrfach, da die kleine Gemeinschaft immer wieder zum Umzug gezwungen war.

dvoristeErst im Jahr 2000 gelang es endlich, ein Gelände für den Bau eines kleinen Hauses zu erwerben, das ausschließlich für die Kastrationen genutzt werden konnte. Mit viel Mühe und Unterstützung von privaten Helfern aus Deutschland wurde das Sterilisationszentrum Ende 2001 fertig gestellt. Seitdem befindet es sich am heutigen Standort: Branka Momirova 3b, Belgrad.

Durch Vermittlung einer langjährigen Unterstützerin der Initiative kam vier Jahre später eine Partnerschaft zwischen dem Sterilisationszentrum und dem ETN zustande. Durch die regelmäßigen Zuwendungen des ETN und damit verbundene verlässliche Planung verbesserte sich die Situation in Belgrad nachhaltig. Unter anderem konnte die Zahl der Boxen für die Unterbringung der vierbeinigen Patienten erhöht, Personal für Nacht- und Wochenenddienste eingestellt und die Zahl der Kastrationen so auf über 1.000 pro Jahr gesteigert werden.

Operiert werden in der Regel herrenlose Hunde und streunende Katzen, gelegentlich auch Tiere von mittellosen Menschen, die nur einen kleinen Beitrag zu den Kosten leisten können. Nach der Kastration verbleiben sie noch für sieben Tage zur Nachbehandlung im Zentrum. Sie werden in dieser Zeit auch gegen Parasiten behandelt und liebevoll umsorgt. Bei schwereren Erkrankungen wie Infektionen oder Wunden dauert der Aufenthalt auch schon mal länger. Erst wenn sie vollständig gesund sind, werden die Tiere wieder entlassen. Acht Hunde sind mittlerweile dauerhaft auf dem Gelände untergebracht. Ihre gesundheitlichen Einschränkungen sind zu gravierend, als dass sie ein Leben auf der Straße überstehen könnten.

OperacijaIm Zentrum arbeiten aktuell zwei fest angestellte Mitarbeiterinnen, die sich 10 bis 12 Stunden täglich um die Hunde kümmern. Unterstützt werden sie von engagierten freiwilligen Helfern. Die Atmosphäre ist ruhig, entspannt und freundschaftlich. Auch die Zusammenarbeit mit den beiden Tierärzten, die zweimal wöchentlich die Operationen durchführen, ist von Vertrauen und Respekt geprägt. Die Zahl der durchgeführten Kastrationen steigt stetig an: Im ersten Quartal 2015 wurden bereits 338 Tiere kastriert, und das alles ohne Unterstützung seitens der Stadt Belgrad oder anderen öffentlichen Stellen. Einziger Geldgeber, neben den privaten Mitteln der Betreiber, ist nach wie vor der ETN.

Wenn Sie die vorbildliche Arbeit des Sterilisationszentrum Belgrad unterstützen möchten, helfen Sie jetzt mit einer regelmäßigen oder einmaligen Spende!

 

 

 

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