Kampagne zur Rettung der Schlachtfohlen

So jung und so unschuldig sind die Fohlen, die jedes Jahr das Schicksal als Schlachtfohlen trifft und das nur, weil sie der Überschuss einer geförderten Zucht sind. Bei stundenlangen Transporten zu Schlachtbetrieben in Italien und zumeist der Mästung müssen sie schreckliche Qualen erleiden. Ein Unrecht, welches so nicht hingenommen werden kann. Deswegen setzt sich der ETN bereits seit 2009 für die Rettung von Schlachtfohlen ein. Durch die Rettung von einzelnen Fohlen und Öffentlichkeitsarbeit wollen wir das Leiden der Fohlen endlich beenden.  

DSC03076Jedes Frühjahr werden auf idyllischen Bergwiesen im Salzburger Land Fohlen geboren. Das hat Tradition und zudem erfreuen die niedlichen Fohlen im Sommer die Urlauber. Viele wissen jedoch nicht, was mit den Fohlen im Herbst passiert, wenn sie als Attraktion ausgedient haben und der Unterhalt der Tiere teuer wird. Dann nämlich werden die Fohlen auf einer der vielen Auktionen versteigert. Züchter und Freizeitreiter suchen sich die besten Tiere heraus, die restlichen etwa 96 Prozent der Fohlen sind Überschuss und werden an Schlachtbetriebe verkauft, meist in Italien. Direkt nach den Auktionen werden die verängstigten Tiere auf Transporter verladen und dann folgt ein stundenlanger Transport zu Schlachtbetrieben oder Mastanlagen in Italien. Wenn die Fohlen nicht das „Glück“ haben direkt geschlachtet zu werden, wartet auf sie die Mästung, was für sie monatelanges Stehen ohne Sozialkontakte zu anderen Pferden bedeutet. 

Tierleid indirekt gefördert durch EU- Subventionen

Die Überschussproduktion ist jedoch nicht nur auf die Tradition und die Urlauber zurückzuführen, sondern auch darauf, dass die Zucht der Pferderasse Noriker vom ÖPUL (Österreichisches Programm für umweltgerechte Landwirtschaft) im Rahmen der Erhaltung gefährdeter Nutztierrassen gefördert wird. Zwar gibt es keine direkte Zahlung für jedes Fohlen, doch Zuchtstuten und -hengste werden über das Programm bezuschusst. Neben Bundesmitteln wird das ÖPUL hauptsächlich durch EU-Subventionen finanziert. Im letzten Jahr wurden so etwa 1.000 Betriebe mit knapp 2.000 Norikern gefördert. 

Die Auktionen – Entscheidung über Leben und Tod 

DSC03054Jeden Herbst werden die Fohlen auf verschiedenen Auktionen im Salzburger Land versteigert. Die größten und bekanntesten Auktionen finden in Maishofen statt. In diesem sonst so idyllischen Ort spielen sich aber an wenigen Tagen im Jahr bewegende Szenen ab so wie bei der letzten Auktion im September 2016: Über hundert halbjährige Fohlen wiehern sich in den Hallen die Seele aus dem Leib. Bis vor ein paar Stunden standen sie noch wohlbehütet mit ihren Müttern auf der Alm, dann wurden sie verladen und stehen nun kurz angebunden dicht an dicht, bevor es in den Auktionsring geht. Die Auktionshalle ist bis auf den letzten Stehplatz gefüllt, hunderte Schaulustige, Züchter und Händler warten auf den Beginn der Versteigerung. Die fröhliche Stimmung der Menschen passt überhaupt nicht zu der Panik in den Augen der Fohlen. Für sie ist es eine bedrohliche Situation, die ganzen Menschen, die Geräusche, die Lichter und ein Mann der mit einer Peitsche hinter ihnen her rennt. Verzweifelt wiehern sie nach ihren Müttern. Der Auktionator beginnt mit den Ausgangsgeboten, schnell finden sich Kaufwillige. Während die auffälligen Fohlen das Interesse der Züchter und Privatmenschen wecken, finden andere nur das Interesse der Schlachter. Kaum ist die Auktion beendet, beginnt das Verladen. Die großen Transporter fahren an die Laderampe heran und laden die Fohlen ein. In diesem Moment wird deutlich welche Fohlen kein Glück hatten.

Langfristig das Leid der Fohlen beenden

Um in Zukunft noch mehr Fohlen dieses Schicksal zu ersparen setzt sich der ETN gegen die Subventionierung und vor allem gegen den Transport und die Mästung in Italien ein. Dafür starteten wir im Herbst 2016 eine Petition gegen die Förderung der Produktion von Schlachtfohlen, die eine unglaubliche Resonanz mit über 63.000 Menschen erzielte. Für diese Unterstützung möchten wir uns auch an dieser Stelle bedanken. Im März 2017 übergaben wir dann die Unterschriften an Rupert Lindner vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (BMLFUW) in Wien. 

Rupert Lindner schloss zwar das Streichen der Subventionierung der Norikerzucht mit der Begründung, dass die Rasse sonst nicht erhalten werden könne aus, sagte aber im Gegenzug zu, dass in der nächsten Förderperiode die nicht tierschutzgerechten Transporte und Mästungen in Italien unterbunden werden sollen. Wir werden die weiteren Entwicklungen natürlich verfolgen und uns weiterhin für die „Schlachtfohlen“ einsetzen bis das unnötige Leid der Tiere endlich aufhört. 

Jedes Leben zählt

DSC03087Um wenigstens einigen der Fohlen dieses schlimme Schicksal zu ersparen rettet der ETN jedes Jahr Fohlen und schenkt ihnen eine zweite Chance auf ein schönes Leben. Die Fohlen finden zunächst auf Hof Huppenhardt eine Bleibe bis sie in ein gutes Zuhause vermittelt werden können. Seit 2009 konnten durch die Hilfe von Mitgliedern und Spendern schon 50 Fohlen vor dem Schlachter gerettet werden. 

Auch dieses Jahr wollen wir wieder Fohlen retten und brauchen dafür Ihre Unterstützung! Helfen Sie ein Fohlen zu retten durch eine Spende! Danke. 

Möchten Sie einem Fohlen ein neues Zuhause schenken? Dann melden Sie sich bitte bei uns! 

 

 

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